Im März 2023 kündigte das malaysische Inland Revenue Board (IRB) die Einführung eines verpflichtenden E-Invoicing-Systems an, das B2B-, B2C- und B2G-Transaktionen umfasst. Das System wird in mehreren Phasen eingeführt. Der Umsetzungsplan wurde in den vom IRB im Juli 2023 veröffentlichten Leitlinien erläutert.
Die Leitlinien wurden mehrfach aktualisiert, wobei die jüngste Aktualisierung am 6. April 2024 erfolgte. Neben weiteren Informationen enthalten diese Leitlinien einen Überblick über die E-Invoice-Modelle und den Umsetzungszeitplan.
E-Invoice-Modelle und Umsetzungszeitplan
Auf Grundlage ihrer geschäftlichen Anforderungen und spezifischen Bedürfnisse können Unternehmen zwischen zwei E-Invoicing-Modellen wählen, das heißt zwischen zwei Optionen für die vom IRB entwickelten Übertragungsmechanismen für E-Invoices:
- Ein vom IRB gehostetes MyInvois-Portal und
- Application Programming Interface (API).
Das MyInvois-Portal wird allen Unternehmen zugänglich sein und es ihnen ermöglichen, alle Anforderungen in Bezug auf E-Invoices zu erfüllen (z. B. Rechnungen erstellen, einreichen, anzeigen, stornieren oder ablehnen). Dieses Modell eignet sich eher für ein geringes Datenvolumen und ist ideal für die Bedürfnisse von Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen (MSMEs).
Darüber hinaus werden Unternehmen, die das API-Modell verwenden, MyInvois nutzen, wenn keine API-Verbindungen verfügbar sind.
Das API-Modell wird es Unternehmen ermöglichen, große Datenmengen entweder im XML- oder JSON-Format zu übertragen, wodurch es sich ideal für große Unternehmen mit einem hohen Transaktionsvolumen eignet. Unternehmen, die dieses Modell verwenden, müssen eine direkte Integration zwischen ihren ERP- und MyInvois-Systemen ermöglichen.
Neben der direkten Integration können Unternehmen Daten über Peppol-Dienstleister oder Nicht-Peppol-Technologieanbieter an das IRB übermitteln.
Das IRB hat den Zeitplan für die Einführung von E-Invoices unter Berücksichtigung der Umsatz- bzw. Ertragsschwellen entwickelt, um Unternehmen ausreichend Zeit zur Anpassung zu geben. Der Umsetzungszeitplan ist folgender:
Fazit
Da die Frist für die erste Phase des Umsetzungsprozesses näher rückt, müssen Unternehmen aller Branchen ohne Ausnahmen ihr System auf das verpflichtende E-Invoicing vorbereiten. Andernfalls drohen Strafen von nicht weniger als RM 200 und nicht mehr als RM 20.000.
Quelle: Inland Revenue Board (IRB)

