Am December 11, 2024 unterzeichnete Kenias Präsident offiziell den Tax Laws (Amendment) Bill, 2024 und setzte ihn damit in Kraft. Gemäß Artikel 116 der Verfassung Kenias wurde das Gesetz am December 13, 2024 im Amtsblatt veröffentlicht und tritt am December 27, 2024 in Kraft.

Zentraler Punkt: Die Significant Economic Presence (SEP) Tax

Eine der wichtigsten Reformen des Gesetzes ist die Significant Economic Presence (SEP) tax, die auf nicht ansässige Unternehmen abzielt, die über digitale Plattformen Einkünfte in Kenia erzielen. Die SEP tax soll sicherstellen, dass diese Unternehmen ihren fairen Anteil zum Steueraufkommen Kenias beitragen.

Wichtige Details zur SEP Tax

Die SEP tax ist wie folgt aufgebaut:

  1. Steuersatz: Der effektive Satz beträgt 3% of gross turnover und leitet sich aus einem angenommenen steuerpflichtigen Gewinn von 10% of total turnover ab.
  2. Zahlungsfrist: Nicht ansässige Unternehmen müssen die Steuer bis zum 20th day des Monats abführen, der auf den Monat folgt, in dem die Einkünfte erzielt wurden.

Diese Reform ersetzt die bestehende Digital Services Tax (DST), die zu einem Satz von 1.5% auf ein breites Spektrum digitaler Dienstleistungen erhoben wurde.

Zuvor unter der DST erfasste digitale Dienstleistungen

Die nun aufgehobene DST galt für die folgenden Kategorien:

  • Herunterladbare digitale Produkte (E-Books, Apps, Filme)
  • Streaming-Dienste (Musik, Video)
  • Monetarisierte Daten mit Bezug zu kenianischen Nutzern
  • Abonnementbasierte Medien (Nachrichten, Magazine)
  • Cloud-basierte Dienste (Speicher, Datenverwaltung)
  • Online-Ticketing und Suchmaschinendienste
  • Digitale Bildungs- und Schulungsplattformen

Ausnahmen von der SEP Tax

Die SEP tax gilt nicht für:

  1. Nicht ansässige Einheiten, die über eine Permanent Establishment (PE) in Kenia tätig sind.
  2. Einkünfte, die Nichtansässige aus bestimmten telecommunication services oder digitalen Diensten für Fluggesellschaften erzielen, an denen die kenianische Regierung mindestens 45% ownership hält.
  3. Nicht ansässige Unternehmen mit einem Jahresumsatz below KES 5 million.

Die SEP Tax und der globale Wandel hin zur Digitalbesteuerung

Die Einführung der SEP tax verdeutlicht Kenias Bemühungen, die Besteuerungsherausforderungen der rasant wachsenden digitalen Wirtschaft zu bewältigen. Traditionell stützten sich Steuersysteme auf das Konzept der Permanent Establishment (PE), das Besteuerungsrechte auf der Grundlage der physischen Präsenz eines Unternehmens in einer Rechtsordnung gewährt.

Die Grenzen traditioneller Steuersysteme

Nach dem OECD Model Tax Convention ist eine PE als feste Geschäftseinrichtung definiert, etwa Büros, Fabriken oder Niederlassungen. Mit dem Aufkommen digitaler Geschäftsmodelle können multinationale Unternehmen jedoch erhebliche Einnahmen aus Rechtsordnungen erzielen, ohne dort eine physische Präsenz zu unterhalten. Dies hat einen Wandel der Besteuerungsansätze erforderlich gemacht.

Die OECD und globale Bemühungen zur Digitalbesteuerung

Der OECD Base Erosion and Profit Shifting (BEPS) Action 1 Report benannte die Herausforderungen der Besteuerung grenzüberschreitender digitaler Tätigkeiten als vorrangiges Thema. Als Reaktion darauf schlugen globale Steuergremien das SEP concept vor, das es Rechtsordnungen ermöglicht, nicht ansässige Einheiten zu besteuern, die durch digitale Mittel eine dauerhafte wirtschaftliche Interaktion mit ihren Volkswirtschaften nachweisen.

Um diese Herausforderungen weiter anzugehen, führte die OECD Pillar One ein, einen Rahmen, der darauf abzielt, Besteuerungsrechte den Ländern zuzuweisen, in denen sich die Nutzer oder Kunden eines Unternehmens befinden. Mangels eines globalen Konsenses über Pillar One haben sich jedoch viele Länder für einseitige Maßnahmen wie DST und SEP taxes entschieden.

Globale Beispiele für die Einführung der SEP Tax

Mehrere Länder haben ähnliche Rahmen eingeführt, um eine faire Besteuerung digitaler multinationaler Unternehmen sicherzustellen:

  1. Indien: Führte 2016 die Equalization Levy als Vorreiter ein und baute sie 2022 zu einem umfassenderen SEP-Rahmen aus. Dieser umfasst Quellensteuern auf E-Commerce-Einkünfte und digitale Plattformen.
  2. Nigeria: Führte 2020 sein SEP-Regime ein und erhob Steuern auf nicht ansässige Unternehmen, die jährlich über NGN 25 million aus Streaming, Datenübertragung und Vermittlungsplattformen erzielen.
  3. Kolumbien: Setzte 2024 SEP-Regeln um, die es ausländischen Unternehmen ermöglichen, zwischen einer 10% withholding tax und einer 3% gross income tax zu wählen.

Diese Beispiele unterstreichen einen globalen Trend hin zur Besteuerung nicht ansässiger digitaler Unternehmen und zur Sicherstellung gerechter Beiträge zu lokalen Steuersystemen.

Fazit, Umsetzung und nächste Schritte

Da die SEP tax am December 27, 2024 in Kraft tritt, wird erwartet, dass der Cabinet Secretary for Finance detaillierte Vorschriften zur Umsetzung erlässt. Diese Vorschriften werden Klarheit schaffen über:

  • Prozesse zur Steuerregistrierung und Compliance
  • Meldepflichten für nicht ansässige Unternehmen
  • Sanktionen bei Nichteinhaltung

Durch die Angleichung der nationalen Steuerpolitik an aufkommende globale Trends stellt die SEP tax sicher, dass digitale multinationale Unternehmen fair zur Steuerbasis Kenias beitragen. Zwar bleiben Herausforderungen hinsichtlich ihrer Verzahnung mit DBA bestehen, doch diese Reform markiert einen bedeutenden Schritt zur Modernisierung des kenianischen Steuersystems, um es an die Realitäten des digitalen Zeitalters anzupassen.