In letzter Zeit haben wir zahlreiche Ankündigungen von Änderungen der Umsatzsteuersätze in EU-Ländern erlebt. Einige sind bereits in Kraft, etwa in Finnland oder Portugal; andere treten ab dem kommenden Jahr in Kraft, etwa in Estland, und einige sind für 2026 vorgesehen, wie die Änderung des anwendbaren Umsatzsteuersatzes auf Kurzzeitvermietungen in den Niederlanden.

Neben all den umgesetzten und angekündigten Änderungen hat auch die slowakische Regierung angekündigt, bestimmte Änderungen der Umsatzsteuersätze umsetzen zu wollen.

Änderungen der Umsatzsteuersätze und ihre Auswirkungen

Der slowakische Premierminister Robert Fico kündigte den Plan der Regierung an, das Umsatzsteuergesetz zu ändern und die anwendbaren Umsatzsteuersätze anzupassen. Zu den bedeutendsten Änderungen zählen die Anhebung des Standard-Umsatzsteuersatzes und die Einführung eines neuen ermäßigten Umsatzsteuersatzes.

Werden die Änderungen des Umsatzsteuergesetzes angenommen, steigt der Standard-Umsatzsteuersatz ab dem 1. Januar 2025 von 20 % auf 23 %, womit der slowakische Standardsatz zu den höchsten in der Europäischen Union zählt. Zudem gilt ein neuer ermäßigter Umsatzsteuersatz von 19 % für Grundnahrungsmittel und Arzneimittel, wodurch der derzeitige ermäßigte Satz von 10 % entfällt.

Der zweite ermäßigte Satz von 5 % soll bestehen bleiben, künftig jedoch für andere Leistungen gelten, etwa für Beherbergungsdienstleistungen in Hotels.

Diese Änderung des Umsatzsteuersatzes betrifft sowohl Unternehmen als auch Bürger – von steigenden Preisen für Waren und Dienstleistungen bis hin zur sinkenden Kaufkraft und Kauffähigkeit der Bürger.

Dennoch steht die endgültige Entscheidung über diese Änderungen noch aus. Es ist jedoch nahezu sicher, dass einige Änderungen vorgenommen werden und dass die Regierung diese eher unpopuläre Maßnahme zur Sicherung höherer Einnahmen und zur Aufstockung des Staatshaushalts nicht aufgeben wird.

Fazit

Die endgültige Entscheidung über die Umsatzsteuersätze steht noch aus, doch Unternehmen sollten sich dennoch auf die unvermeidlichen Änderungen vorbereiten. Neben dem Verfolgen der weiteren Entwicklungen sollten im slowakischen Markt tätige Unternehmen vorsorgliche Schritte unternehmen, um ihre Systeme und Preise an die neuen Regeln und Vorschriften anzupassen.

Quelle: EasyTax, Central European Times, Spectator, 1stopVAT