Die britische Regierung hat ihr Budget 2026 vorgelegt, das Haushalte und Unternehmen entlasten soll, die unter den Kostenfolgen globaler Konflikte leiden – darunter der Konflikt im Nahen Osten und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Im Mittelpunkt stehen eine rasche finanzielle Entlastung, insbesondere niedrigere Energiekosten, sowie der Verzicht auf flächendeckende Steuererhöhungen. Mehrere dieser Ziele werden durch Maßnahmen bei der Umsatzsteuer (USt.) und der E-Rechnung flankiert.

Wichtige Umsatzsteuer-Maßnahmen und Termine

Die Regierung will mithilfe von Daten und Technologie die Steuerverwaltung effizienter machen und die Befolgungskosten senken. Bis April 2028 will sie die vollständigen fachlichen und technischen Details zur verpflichtenden E-Rechnung veröffentlichen, die ab April 2029 gilt. Die Maßnahme soll die Mehrwertsteuerlücke bis 2032 um bis zu GBP 515 Millionen verringern.

Ab dem 1. November 2026 unterliegt Strom, der über öffentliche Ladepunkte und Ladepunkte am Arbeitsplatz für E-Fahrzeuge bezogen wird, dem regulären Umsatzsteuersatz von 20 % und gilt für Zwecke der Climate Change Levy (britische Klimaabgabe) nicht länger als privater Verbrauch. Dies wird im Finance Bill 2026–27 geregelt, um die steuerliche Behandlung des Ladens von E-Fahrzeugen (EV charging) klarzustellen.

Ab April 2027 beschränkt die britische Regierung das reverse charge-Verfahren für grenzüberschreitende Dienstleistungen auf umsatzsteuerlich registrierte Unternehmen. Ausländische Dienstleister, die Leistungen an nicht umsatzsteuerlich registrierte britische Unternehmen erbringen, müssen die Umsatzsteuer daher nach den allgemeinen Regeln abführen, statt sich auf das reverse charge zu stützen. Die Änderung wird über das Finance Bill 2026–27 eingeführt.

Aufbauend auf den Reformen von 2021, die auf ausländische Verkäufer abzielten, nimmt die neue Regelung Online-Marktplätze in die Pflicht: Sie müssen die Umsatzsteuer auf Verkäufe britischer Unternehmen einziehen, die über den Marktplatz mehr als GBP 90.000 Umsatz erzielen. Die Regelung gilt ab Oktober 2027 und findet keine Anwendung auf private Verkäufe über diese Plattformen.

Das Budget 2026 will zudem die umsatzsteuerliche Behandlung im Markt für Mietwagen mit Fahrer (private hire vehicles) vereinheitlichen. Dieser Markt ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, wobei bei der Besteuerung größerer Anbieter Unstimmigkeiten entstanden sind. Nach dem vorgeschlagenen Modell müssen größere Anbieter die Umsatzsteuer auf den vollen vom Kunden gezahlten Fahrpreis abführen, was sie mit anderen Waren und Dienstleistungen gleichstellt. Kleinere Anbieter bleiben ausgenommen. Die Regierung will in Kürze einen Schwellenwert für den jährlichen Umsatz aus Fahrpreisen konsultieren; als favorisierte Option stehen GBP 50 Millionen im Raum. Die Maßnahme soll am 2. Januar 2028 in Kraft treten und bis 2032 rund GBP 1,3 Milliarden einbringen.

Fazit

Das Budget 2026 verbindet eine unmittelbare Entlastung bei den Lebenshaltungskosten mit einer langfristig stärkeren Steuer-Compliance durch digitale Modernisierung. Die gezielten Umsatzsteuer-Reformen und die E-Rechnungspflicht sollen die steuerliche Transparenz erhöhen, während Ausnahmen und Schwellenwerte die Belastung kleinerer Unternehmen begrenzen.