Die thailändische Zollbehörde hat ein freiwilliges Zahlungsprogramm (Selbstanzeige) eingeführt, das vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. September 2031 läuft. Unternehmen, die feststellen, dass sie zu wenig Zölle gezahlt haben, können ihre Anmeldungen berichtigen und die ausstehenden Beträge zahlen, bevor die Unstimmigkeiten durch eine Zollprüfung oder behördliche Untersuchung aufgedeckt werden.
Die wichtigsten Vorteile für Unternehmen
Unternehmen, die zu niedrige Zahlungen gegenüber der Abteilung für nachträgliche Zollprüfungen (Post-Clearance Audit Division) offenlegen, können von einem zentralisierten Zahlungsprozess, möglichen Minderungen der Zollstrafen und niedrigeren Säumniszuschlägen auf nicht gezahlte Zölle profitieren. Statt die Beträge an den einzelnen Eingangszollstellen zu begleichen, können Unternehmen direkt an die zuständige Abteilung zahlen.
Das Programm bietet außerdem reduzierte monatliche Säumniszuschläge auf zusätzliche Zölle, je nachdem, wann die Waren eingeführt wurden. Für Waren, die innerhalb des vergangenen Jahres eingeführt wurden, kann der Zuschlag vom Regelsatz von 1 % auf 0,25 % pro Monat gesenkt werden. Für Waren, die innerhalb der vergangenen zwei Jahre eingeführt wurden, kann er auf 0,50 % reduziert werden, während für Waren der vergangenen drei Jahre ein ermäßigter Satz von 0,75 % pro Monat gelten kann. Die Minderung von Strafen erfolgt jedoch nicht automatisch und bleibt von der Beurteilung durch die Zollbehörde und den geltenden Voraussetzungen abhängig.
Nach der Prüfungspraxis der Zollbehörde resultieren zu niedrige Zahlungen häufig aus Fehlern bei der Zollwertermittlung, der zolltariflichen Einreihung und der Anwendung von Zollbefreiungen oder anderen Zollvergünstigungen.
Empfohlene nächste Schritte
Unternehmen sollten beachten, dass ungelöste zollrechtliche Compliance-Probleme zu nachträglichen Zollprüfungen, zusätzlichen Zollfestsetzungen und möglicherweise erheblichen Strafen führen können. Sie sollten daher ihre wichtigsten Zoll-Risikobereiche überprüfen, darunter die Zollwertermittlung, die zolltarifliche Einreihung, die Ursprungsbestimmung, die Vorteile aus Freihandelsabkommen (FTA), Lizenzgebühren, Verrechnungspreisanpassungen und die Privilegien des Board of Investment (BOI, Investitionsbehörde).
Diese Prüfung hilft, Fehler oder Versäumnisse zu erkennen, die zu zu wenig gezahlten Zöllen geführt haben könnten. Sobald mögliche Probleme identifiziert sind, können Unternehmen ihre Optionen zur freiwilligen Offenlegung, die Voraussetzungen, die erforderlichen Belege und das geeignete Vorgehen bei der Kontaktaufnahme mit der Zollbehörde bewerten.

