Guernsey, eine kleine Kanalinsel im Ärmelkanal nahe der französischen Küste, veröffentlichte seinen Policy Letter »Steuerreform 2026«. In diesem Schreiben schlägt die selbstverwaltete britische Kronabhängigkeit — konkret der Policy & Resources Committee von Guernsey — ein Steuerreformpaket vor, das Änderungen bei der Einkommensteuer, den Sozialversicherungsbeiträgen, der Körperschaftsteuer, Transportmaßnahmen sowie die Einführung der GST umfasst.

Die Verbrauchsteuerreform

Als Teil der vorgeschlagenen Steuerreform schlägt der Policy & Resources Committee von Guernsey die Einführung einer 3% GST ab 2028 vor, was Guernseys erste Verbrauchsteuer darstellen würde. Darüber hinaus zielt der Vorschlag darauf ab, ein International Service Entities-Programm ähnlich dem in Jersey einzuführen, das es Finanzunternehmen mit internationalen Kunden ermöglicht, eine Gebühr im Austausch für GST-Entlastungsbescheinigungen zu zahlen.

Es wird geschätzt, dass die Einführung der 3% GST jährlich rund GBP 55 Millionen einbringen wird, während das International Service Entities-Programm allein zwischen GBP 10 Millionen und GBP 12 Millionen aus der Finanzbranche generieren wird.

Da die Einführung von Verbrauchsteuern wie der GST üblicherweise die Lebenshaltungskosten erhöht, plant die Regierung, staatliche Renten, Einkommensunterstützung und andere Sozialleistungen vor dem Inkrafttreten der Steuer zu erhöhen. Zusätzlich wird eine neue Essential Costs Relief Payment für einkommensschwache Haushalte eingeführt, die nicht für bestehende Einkommensunterstützungsprogramme qualifiziert sind. Zusammen sollten diese Maßnahmen vulnerable Bewohner vor dem Inflationsdruck des neuen Steuersystems schützen.

Bemerkenswert ist, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Unterstützung der Unternehmen und zur Gewährleistung der Stabilität auch die Zusage beinhalten, den GST-Satz vor einer formellen Überprüfung im Jahr 2030 nicht anzuheben, wobei jede spätere Erhöhung von Nachweisen einer verbleibenden Finanzierungslücke im Finanzsektor abhängt.

Fazit

Die vorgeschlagenen Steuermaßnahmen werden im Juli 2026 debattiert. Steuerpflichtige Personen, die in Guernsey tätig sind — insbesondere im Einzel-, Gastgewerbe-, Transport- und Finanzsektor — sollten die weiteren Entwicklungen verfolgen, da die Einführung der GST im Jahr 2028 erhebliche Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit haben kann.