Kentucky wird voraussichtlich der erste US-Bundesstaat sein, der eine Verbrauchsteuer auf Prognosemärkte erhebt. Konkret führt Kentucky im Rahmen von House Bill 757 ab dem 1. Januar 2027 eine neue Verbrauchsteuer für Betreiber von Prognosemärkten ein. Die Steuer gilt für Unternehmen, die Plattformen betreiben, auf denen Verbraucher Ereigniskontrakte handeln oder spekulative Positionen zum Ausgang künftiger Ereignisse einnehmen können, wie etwa Kalshi und Polymarket.

Neue Compliance-Vorschriften für die Verbrauchsteuer

Das Recht von Kentucky definiert Prognosemärkte weit und schließt sowohl physische als auch elektronische Plattformen ein, unabhängig davon, ob der Marktbetreiber innerhalb oder außerhalb des Bundesstaates ansässig ist. Im Wesentlichen umfasst dies jede Plattform, die es Verbrauchern ermöglicht, Ereigniskontrakte zu kaufen, zu verkaufen oder auszutauschen oder spekulative Positionen zum Ausgang künftiger Ereignisse zu eröffnen.

Ein Betreiber eines Prognosemarktes wird definiert als jede Handelsbörse oder andere Person, einschließlich verbundener Unternehmen, die einen Prognosemarkt betreibt. Die Definition geht über den direkten Betreiber des Marktes hinaus und umfasst auch Einrichtungen, die digitale Vertriebsdienste, Online-Plattformen, Portale oder App-Stores besitzen, betreiben oder kontrollieren, über die Verbraucher auf Prognosemärkte zugreifen können. Infolgedessen kann die Steuer nicht nur für traditionelle Marktbetreiber gelten, sondern auch für bestimmte Technologieplattformen, die den Zugang zu Diensten von Prognosemärkten erleichtern.

Aufgrund einer derart weit gefassten Definition können sowohl innerhalb als auch außerhalb des Bundesstaates ansässige Betreiber von Prognosemärkten, die Kunden in Kentucky bedienen, der neuen Verbrauchsteuer von 14,25 % unterliegen. Die Verbrauchsteuer gilt für Transaktionsgebühren, also für jeden Betrag, der im Zusammenhang mit der Teilnahme eines Verbrauchers an einem Prognosemarkt berechnet oder gezahlt wird. Dazu gehören Gebühren, die ein Betreiber eines Prognosemarktes erhebt, um den Verkauf, Kauf oder Austausch eines Ereigniskontrakts zu erleichtern, sowie der Betrag, den ein Verbraucher zahlt, um einen Ereigniskontrakt direkt vom Betreiber zu erwerben.

Der Steuerbetrag muss nach der Methode der periodengerechten Rechnungslegung berechnet werden, das heißt, Betreiber müssen steuerpflichtige Gebühren melden, sobald sie verdient sind, unabhängig davon, wann die Zahlung eingeht. Die Steuern sind monatlich fällig, wobei Betreiber von Prognosemärkten die Steuer bis zum 20. Tag des folgenden Kalendermonats an das Department of Revenue abführen müssen. Jede Zahlung muss zusammen mit einer Steuererklärung eingereicht werden. Wer den neuen Steuerpflichten nicht nachkommt, unterliegt den nach dem Recht von Kentucky geltenden üblichen zivilrechtlichen Sanktionen.

Widerstand aus der Branche

Während Kentucky plant, der erste US-Bundesstaat zu werden, der eine Verbrauchsteuer auf Prognosemärkte einführt, sind die Branchenführer nicht bereit, sich kampflos zu ergeben. Eine Koalition aus Kalshi, Crypto.com und Polymarket hat Klage gegen das Gesetz eingereicht und argumentiert, dass es bundesrechtlich regulierte Märkte unfair benachteiligt und die Teilnahme an legalen Plattformen abschrecken könnte. Der Ausgang der Klage könnte einen Präzedenzfall für andere Bundesstaaten schaffen, die ähnliche Steuern erwägen.