Das Rhode Island Department of Revenue (DOR) hat als Reaktion auf den Antrag eines Unternehmens ein Ruling veröffentlicht, in dem geklärt werden sollte, ob die von ihm verkauften Berichte der Rhode Island Sales and Use Tax unterliegen. Konkret befasst sich der Antrag mit den Sales-and-Use-Tax-Regeln des Bundesstaates und deren Anwendung auf Berichte, die neurodivergenten Personen und ihren Familien helfen sollen, Informationen über Bedürfnisse, Stärken, Empfindlichkeiten und geeignete Unterstützung an Schulen, Kliniker und Angehörige zu vermitteln.

Zentrale Fragen und die Entscheidung des DOR

Der Antrag konzentriert sich auf die steuerliche Behandlung der Berichte selbst und – sofern steuerpflichtig – auf die konkrete Kategorie, unter die sie einzuordnen sind. Das Unternehmen fragte zudem, ob die Berichte als steuerpflichtige vendor-hosted Prewritten Computer Software, als Specified Digital Products oder als eine andere Art steuerpflichtiges Produkt zu behandeln seien.

Schließlich bat das Unternehmen um Klärung, ob die Art der Bereitstellung die steuerliche Behandlung beeinflusst. Insbesondere fragte es, ob es zu einem anderen Sales-Tax-Ergebnis führt, wenn Kunden einen PDF-Bericht von einem Online-Dashboard herunterladen können, statt ihnen dasselbe PDF direkt per E-Mail zu senden.

Das DOR wies darauf hin, dass Rhode Island eine Sales Tax von 7 % auf Einzelhandelsumsätze und eine entsprechende Use Tax von 7 % auf steuerpflichtige Güter sowie bestimmte digitale Produkte und Dienstleistungen erhebt. Das Sales-and-Use-Tax-System erfasst tangible personal property, elektronisch gelieferte oder vendor-hosted Prewritten Computer Software, Specified Digital Products und bestimmte Dienstleistungen.

Auf Grundlage des Sachverhalts stellte das DOR fest, dass das Produkt des Unternehmens als vendor-hosted Prewritten Computer Software steuerpflichtig ist. Obwohl das Unternehmen den Kunden letztlich einen personalisierten Bericht mit Informationen über ein Familienmitglied bereitstellt, müssen die Kunden dessen Online-Dashboard nutzen, um den Fragebogen auszufüllen, Informationen zu übermitteln und auf den daraus erstellten Bericht zuzugreifen.

Das Dashboard ist Software, da es sich um eine Reihe codierter Anweisungen handelt, die einen Computer zur Ausführung von Aufgaben befähigen. Es gilt zudem als Prewritten Computer Software, da es nicht nach den Spezifikationen eines einzelnen Kunden entwickelt wurde. Die Tatsache, dass jeder Bericht einzigartige Informationen über ein bestimmtes Familienmitglied enthält, ändert nichts an der Natur der zugrunde liegenden Software.

Das DOR lehnte es ausdrücklich ab, die dritte Frage zu beantworten, ob die Art der Bereitstellung des Berichts – etwa das Herunterladen vom Dashboard statt des Erhalts per E-Mail – die steuerliche Behandlung beeinflussen würde. Nach den Regeln von Rhode Island zu declaratory orders erlässt das DOR keine Rulings zu hypothetischen Sachverhalten.

Fazit für Unternehmen

Dieses Ruling unterstreicht den weit gefassten Ansatz Rhode Islands bei der Besteuerung digitaler Dienstleistungen und legt fest, dass der Plattformzugang und die interaktive Softwarefunktionalität bei der Bestimmung der Sales-Tax-Pflichten Vorrang vor dem gelieferten Endprodukt haben. Unternehmen, die ähnliche Reporting-Tools anbieten, sollten ihre Plattformmodelle sorgfältig prüfen, um die Einhaltung der sich wandelnden Steuereinstufungen des Bundesstaates sicherzustellen. Gleichwohl sollten Unternehmen bedenken, dass das Ruling nur für den im Antrag beschriebenen konkreten Sachverhalt gilt.