Mit Annäherung des 1. Juli steht auch eine wesentliche Änderung für Online-Käufer bevor: Die EU schafft die Zollbefreiung für importierte Sendungen mit einem Wert von EUR 150 oder weniger ab. Für Stammkäufer auf Plattformen wie Temu und Shein lautet die Frage schlicht: Wie viel wird das tatsächlich kosten?

Was die EUR-3-Abgabe für den Warenkorb bedeutet

Am besten lässt sich erklären, wie die EUR-3-Zollgebühr auf niedrigpreisige Importe die Preise und Gesamtkosten für Verbraucher beeinflusst, indem man eine praktische Perspektive einnimmt. Zunächst ist zu verstehen, dass die Abgabe pro Artikel gilt. Kauft jemand Kopfhörer bei Temu oder ein Hemd bei Shein, fällt ein zusätzlicher EUR-Betrag plus Mehrwertsteuer an. Ein Hemd für EUR 5 kostet den Verbraucher also EUR 5 für das Hemd plus EUR 3 Zollgebühr plus Mehrwertsteuer, insgesamt EUR 8.

Kauft ein Verbraucher einen Hoodie und eine Jacke zusammen mit einem Hemd, fallen für jeden dieser Artikel EUR 3 an, insgesamt EUR 9. Kosten ein Hoodie EUR 15, eine Jacke EUR 25 und ein Hemd EUR 5, zahlt der Verbraucher insgesamt EUR 54, davon EUR 45 für die Waren und EUR 9 Zollgebühr.

Bestellt ein Verbraucher jedoch zwei, drei oder fünf identische Hemden, wird nur eine EUR-3-Zollgebühr erhoben, da diese Hemden als ein einziger Artikel gelten. Kostet ein Hemd EUR 5 und kauft der Verbraucher 3 Hemden, beträgt die Gesamtsumme EUR 18: EUR 15 für die Hemden und EUR 3 Zollgebühr.

Die EU EUR-3-Zollgebühr kann beim Checkout durch Plattformen oder durch Post- und Kurierdienste vor der Lieferung erhoben werden. Für EU-Verbraucher ist es wichtig zu wissen, dass die neue Zollgebühr nicht auf Waren aus der EU gilt. Auch wenn Waren bei einem EU-Anbieter bestellt werden, fällt die Zollgebühr dennoch an, wenn die Waren aus einem Nicht-EU-Land stammen.

Fazit

Im Jahr 2024 gelangten 4,6 Milliarden kleine Einzelhandelspakete in die EU – mehr als 145 pro Sekunde –, rund 91 % davon aus China, hauptsächlich über Temu, Shein und AliExpress. Die neue EUR-3-Abgabe wird daher die überwiegende Mehrheit dieser Sendungen betreffen. Für Verbraucher lautet die entscheidende Frage, ob Plattformen diese Kosten in ihre Preise einkalkulieren oder sie zu einem späteren Zeitpunkt gesondert weitergeben werden.