Brasiliens Mehrwertsteuerreform: IWF-Einsichten zur Aufkommensneutralität

Die brasilianische Mehrwertsteuerreform hat nicht nur die Aufmerksamkeit der Steuerpflichtigen und der Wirtschaft insgesamt, sondern auch vieler internationaler Organisationen auf sich gezogen. Im November dieses Jahres veröffentlichte die OECD das Weißbuch "Die Reform des brasilianischen Verbrauchssteuersystems", in dem die seit langem bestehenden strukturellen Probleme des brasilianischen Verbrauchssteuersystems untersucht, die Herausforderungen analysiert und praktikable politische Lösungen skizziert werden.
Vor kurzem hat der IWF auch sein Arbeitspapier "Brazil's VAT Reform: Ensuring Revenue Neutrality" veröffentlicht, in dem Brasiliens umfassende Mehrwertsteuerreform analysiert wird. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erreichung von Aufkommensneutralität trotz komplexer Reformen durch die Minimierung von Einhaltungslücken, die Verwaltung von Vorsteuergutschriften und die Reduzierung der Informalität.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Arbeitspapier
In seinem Arbeitspapier stellt der IWF fest, dass die doppelte Mehrwertsteuer in Brasilien fünf sich überschneidende Steuern ersetzen soll, um erhebliche Ineffizienzen zu beseitigen und ein einfacheres, stärker harmonisiertes Steuersystem zu schaffen. Die Reform, die in der Verfassungsänderung vom Dezember 2023 verankert ist und durch das Ergänzungsgesetz 214 ergänzt wird, soll im Jahr 2026 umgesetzt werden.
Der IWF fügte hinzu, dass, obwohl das Reformgesetz auf Aufkommensneutralität abzielt, die strukturellen Änderungen zu Unsicherheiten hinsichtlich der tatsächlichen Steuereinnahmen führen. Der IWF bestätigte, dass das derzeitige brasilianische Verbrauchssteuersystem eines der höchsten und komplexesten weltweit ist, mit unterschiedlichen Steuersätzen für verschiedene Produkte und Regionen und einem Steuerwettbewerb zwischen den Bundesstaaten und Gemeinden.
Unter Verwendung eines angepassten, auf Brasilien zugeschnittenen RA-GAP-Rahmens des IWF schätzt das Arbeitspapier die Verbrauchssteuereinnahmen unter der neuen Mehrwertsteuer und untersucht, wie sich die Steuerlast zwischen den Sektoren verschieben könnte. Darüber hinaus simulierte der IWF verschiedene Szenarien, indem er die Annahmen über Befolgungslücken und Informalität änderte, während er die gesetzlich festgelegten Steuersätze und Steuerbefreiungen beibehielt.
Die Analysen zeigen insbesondere, dass die Minimierung der Befolgungslücke für das Erreichen der Aufkommensneutralität von entscheidender Bedeutung ist und dass die vollständige Integration der Vorgänge und die wirksame Verwaltung des Vorsteuergutschriftensystems entscheidend sind, um die Aufkommensrisiken zu mindern und die potenziellen Vorteile der Reform zu nutzen.
Schlussfolgerung
Der IWF hat festgestellt, dass die Reform des brasilianischen Verbrauchssteuersystems mit der Einführung eines neuen dualen Mehrwertsteuersystems neben vielen Vorteilen auch erhebliche strukturelle Veränderungen mit sich bringen wird, die potenzielle Risiken für die Einnahmenerzeugung bergen. Die im Arbeitspapier vorgestellten Einnahmenschätzungen und Simulationen beruhen jedoch auf aktuellen Daten und berücksichtigen keine Wachstumseffekte oder Verhaltensreaktionen, die erheblich sein könnten.
Daher werden künftige Analysen mit neuen Daten erforderlich sein, um umfassendere Einnahmeprognosen und tiefere Einblicke in die breiteren wirtschaftlichen Auswirkungen dieser bahnbrechenden Reform zu erhalten.
Quelle: IWF, Mehrwertsteuerüber
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