EU verstärkt Kampf gegen Mehrwertsteuerbetrug durch Zugang für EPPO und OLAF
Der Europäische Rat hat neue Maßnahmen gebilligt, die darauf abzielen, die Fähigkeit der EU zur Bekämpfung von Mehrwertsteuerbetrug zu verbessern, insbesondere von Betrug im Zusammenhang mit dem grenzüberschreitenden Handel zwischen EU-Ländern. Dies ist ein weiterer entscheidender Schritt hin zur Gewährung eines direkten Zugangs der EPPO und des OLAF zu wichtigen Mehrwertsteuerdaten. Mit diesem Schritt will die EU den Mehrwertsteuerbetrug eindämmen, der in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat und die öffentlichen Haushalte jährlich Milliarden Euro kostet.
Nächste Schritte im Verfahren
Der Vorschlag, OLAF und der EPPO Zugang zu Mehrwertsteuerdaten zu gewähren, ist bereits weit fortgeschritten. Er tritt in Kraft, sobald das Europäische Parlament seine Stellungnahme abgegeben hat und der Rat ihn förmlich angenommen hat; die Rechtskraft erlangt er zwanzig Tage nach Veröffentlichung im Amtsblatt der EU. Das Parlament wird seine Stellungnahme voraussichtlich im Juli 2026 abgeben.
Sobald das Verfahren abgeschlossen ist, wird die EU über Maßnahmen verfügen, die Betrugsmodelle beseitigen oder zumindest erheblich eindämmen sollen, die den EU-Ländern und dem EU-Haushalt jährlich zwischen 12,5 und 32,8 Milliarden Euro kosten. Bemerkenswert ist, dass diese Betrugsmodelle größtenteils von organisierten kriminellen Gruppen betrieben werden, die Schwachstellen in grenzüberschreitenden Mehrwertsteuersystemen ausnutzen. Die Schwierigkeit, das volle Ausmaß des Schadens abzuschätzen, unterstreicht, wie dringend diese Maßnahmen benötigt werden.
Die Maßnahmen werden durch eine Änderung der Verordnung (EU) Nr. 904/2010 des Rates umgesetzt, die die Verwaltungszusammenarbeit in Mehrwertsteuerangelegenheiten regelt. Dieser Beschluss baut auf früheren Reformen auf, darunter der Plan 2030 zur vollständigen Digitalisierung der Mehrwertsteuerberichterstattung für grenzüberschreitende Geschäftstransaktionen, der die Möglichkeiten für Betrug weiter verringern soll.
Fazit
Kriminelle Organisationen sind im Laufe der Zeit immer raffinierter geworden und passen sich ständig an, um einer Aufdeckung zu entgehen. Die neuen Maßnahmen dürften jedoch die Fähigkeit der EU-Ermittlungsbehörden stärken, auf die spezifischen, gezielten Informationen zuzugreifen, die sie benötigen, um schneller gegen Kriminelle vorzugehen, die an Mehrwertsteuerbetrug beteiligt sind. Die Zeit wird zeigen, welche Ergebnisse diese Maßnahmen bringen werden. Eines ist jedoch sicher: Die EU schränkt den Handlungsspielraum all jener ein, die von der Umgehung von Mehrwertsteuervorschriften profitieren wollen.
Quelle: Europäischer Rat, VATabout
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