Das kroatische Finanzministerium hat Änderungen der kroatischen Mehrwertsteuervorschriften vorgeschlagen, um die ViDA-Richtlinie der EU teilweise umzusetzen. Bei Annahme würden die Änderungen grundsätzlich am 1. Januar 2027 in Kraft treten, wobei einige Maßnahmen später wirksam würden.

Wichtigste vorgeschlagene Änderungen des Mehrwertsteuergesetzes

Eine der wichtigsten vorgeschlagenen Änderungen betrifft die Einführung technischer Verbesserungen an den bestehenden OSS- und IOSS-Mehrwertsteuerregeln Kroatiens, wodurch es für Unternehmen einfacher wird, die Mehrwertsteuer auf grenzüberschreitende B2C-Dienstleistungen und Fernverkäufe innerhalb der EU zu melden und zu entrichten.

Die Gesetzgebung würde das System Kroatiens auf den neuen OSS-Meldemechanismus für die Verbringung eigener Waren eines Unternehmens zwischen EU-Ländern vorbereiten, der ab dem 1. Juli 2028 die derzeitige Meldung über die zusammenfassende Meldung ersetzen soll. Sie würde außerdem klarstellen, wann Online-Plattformen als Lieferant für Waren gelten, die von Verkäufern außerhalb der EU an Kunden verkauft werden, die für innergemeinschaftliche Erwerbe nicht mehrwertsteuerpflichtig sind.

Darüber hinaus werden sich die vorgeschlagenen Änderungen auf Mehrwertsteuererstattungen für Unternehmen auswirken, die OSS und IOSS nutzen. Mit den neuen Regeln möchte Kroatien zudem die Schwelle von 10.000 € für innergemeinschaftliche Fernverkäufe genau definieren und festlegen, dass die Schwelle nur Fernverkäufe umfasst, die aus dem EU-Land getätigt werden, in dem der Steuerpflichtige ansässig ist.

Darüber hinaus würde das OSS-Verfahren auf alle B2C-Dienstleistungen ausgeweitet, die in der EU von Anbietern digitaler Dienstleistungen außerhalb der EU erbracht werden. Gleichzeitig würde Unternehmen, die die Sonderregelung für Kleinunternehmen anwenden, die Nutzung des IOSS untersagt.

Fazit

Die öffentliche Konsultation zu den vorgeschlagenen Mehrwertsteueränderungen bleibt bis zum 30. August 2026 geöffnet. Während dieses Zeitraums können Unternehmen und andere interessierte Beteiligte Kommentare einreichen und Rückmeldungen zu den vorgeschlagenen Maßnahmen geben, bevor die Gesetzgebung abgeschlossen wird. Kroatien ist eines der jüngsten Länder, das vorgeschlagene Änderungen des nationalen Mehrwertsteuergesetzes zur Umsetzung der ViDA-Regeln und -Anforderungen veröffentlicht hat.