Belgien wird sein Umsatzsteuer-Compliance-System grundlegend verändern und ab dem 1. Januar 2028 eine nahezu in Echtzeit erfolgende elektronische Meldung einführen. Diese Initiative soll die Aufdeckung von Umsatzsteuerbetrug verbessern und die Compliance für im Land tätige Unternehmen vereinfachen.

Wichtige Einführungstermine

  • 1. Januar 2026: Verpflichtende Einführung strukturierter B2B-E-Rechnungen über das Peppol-Framework.
  • 1. Januar 2028: Start der nahezu in Echtzeit erfolgenden E-Meldung, die Unternehmen verpflichtet, Rechnungsdaten automatisch an die Steuerbehörden zu übermitteln.

Auswirkungen auf Unternehmen

Das Koalitionsabkommen 2025-2029 der belgischen Bundesregierung bestätigt den Schritt hin zur nahezu in Echtzeit erfolgenden Meldung bis 2028. Diese Entwicklung folgt auf die für 2026 vorgesehene Pflicht zur strukturierten B2B-E-Rechnung und unterstreicht Belgiens Engagement für die Modernisierung der Umsatzsteuer-Compliance.

Das künftige E-Meldesystem wird ein Fünf-Ecken-Peppol-Modell nutzen und die nahezu in Echtzeit erfolgende Übermittlung von Rechnungsdaten an die Steuerbehörden ermöglichen. Dieser Ansatz ersetzt die bisherige jährliche Kundenliste und verbessert so die Aufdeckung von Umsatzsteuerbetrug.

Abstimmung mit europäischen Initiativen

Diese Änderungen stehen im Einklang mit den Vorschriften der Europäischen Kommission zur Mehrwertsteuer im digitalen Zeitalter (VIDA), die die Umsatzsteuermeldung und -Compliance in den Mitgliedstaaten modernisieren sollen.

Konkrete Schritte für Unternehmen

Um sich auf diese bedeutenden Änderungen vorzubereiten, sollten Unternehmen:

  1. Peppol-basierte Rechnungssysteme einführen: Stellen Sie die Einhaltung der Pflicht zur strukturierten E-Rechnung bis Januar 2026 sicher.
  2. ERP- und Rechnungssoftware aufrüsten: Erweitern Sie Ihre Systeme, um die Echtzeit-E-Meldung vor der Frist 2028 zu unterstützen.
  3. Branchenspezifische Vorgaben beobachten: Die Pflicht zur Registrierkasse wird auf das gesamte Gastgewerbe und weitere risikoreiche Branchen ausgeweitet. Betroffene Unternehmen sollten automatisierte Meldelösungen einführen, um compliant zu bleiben.

Fazit

Belgiens Übergang zur nahezu in Echtzeit erfolgenden E-Meldung stellt einen bedeutenden Wandel in der Umsatzsteuer-Compliance dar, der Betrug reduzieren und Prozesse für Unternehmen vereinfachen soll. Durch die proaktive Aufrüstung ihrer Systeme und die Einhaltung der vorgegebenen Zeitpläne können Unternehmen einen reibungslosen Übergang zu den neuen Anforderungen gewährleisten.Quellen: Belgian Federal Public Service Finance, European Commission – VAT in the Digital Age (ViDA)