Nachdem die Europäische Kommission im September 2025 eine ViDA-Umsetzungsstrategie veröffentlicht hatte, die einen klaren Implementierungsfahrplan für die Anwendung der wichtigsten Maßnahmen festlegt, kündigte das wichtigste Exekutivorgan der EU das Arbeitsprogramm 2026 an. Das Programm baut auf der zuvor veröffentlichten Umsetzungsstrategie auf und soll den Rollout des ViDA-Pakets unterstützen.
Geplante ViDA-Umsetzungsaktivitäten für 2026 und Anfang 2027
Das Arbeitsprogramm 2026 gibt einen Überblick über die wichtigsten derzeit geplanten Aktivitäten zur Umsetzung des ViDA-Pakets im Jahr 2026 und Anfang 2027 im Rahmen des bestehenden Mehrjährigen Finanzrahmens. Darüber hinaus enthält das Dokument kontextuelle Hinweise zu ausgewählten Punkten.
Die Europäische Kommission kartierte die Aktivitäten in drei Hauptsäulen: Digitale Meldepflichten (DRR), Einheitliche VAT-Registrierung (SVR) und die Plattformwirtschaft. Im Bereich der DRR ist die Veröffentlichung des EU-Standards für E-Rechnungsstellung für Q2 2026 vorgesehen. Zudem wird die Kommission zwei Durchführungsverordnungen zum zentralen VIES veröffentlichen: die erste in Q3 2026 zur Festlegung des gemeinsamen elektronischen Nachrichtenformats und die zweite in Q1 2027 zur Festlegung der Zugriffsrechte und Berechtigungen.
Einer der Schwerpunkte für den SVR ist die Absicherung des Import One-Stop Shop (IOSS) gegen Missbrauch, mit Tests im April 2026 und Produktionsbetrieb ab Oktober 2026. OSS-Systemänderungen, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten, sind für Tests in Q4 2026 vorgesehen, während die Spezifikationen für die Änderungen zum 1. Juli 2028 in Q3 2026 abgeschlossen werden sollen.
Erläuternde Hinweise zu den Regeln der Plattformwirtschaft werden im März, Juni und Dezember 2026 finalisiert. Zudem wies die Kommission darauf hin, dass regelmäßige Sachstandsdiskussionen in den Ratsarbeitsgruppen und auf TADEUS-Gipfeln stattfinden werden, während laufende Transpositionsprüfungen für die am 1. Januar 2027 in Kraft tretenden Elemente fortgesetzt werden. Das Arbeitsprogramm 2026 hält außerdem fest, dass 12 EU-Länder bereits technische Unterstützung im Rahmen des Instruments für technische Unterstützung beantragt haben.
Fazit
Das ViDA-Umsetzungsarbeitsprogramm macht deutlich, dass 2026 ein entscheidendes Jahr für Unternehmen ist, die im EU-VAT-Rahmen tätig sind. Angesichts des engen Zeitplans sollten Steuerpflichtige frühzeitig handeln, proaktiv anpassen und die Leitlinien aufmerksam verfolgen, anstatt auf endgültige Fristen zu warten.
Quelle: Europäische Kommission, VATabout