Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) hat eine umfangreiche Ermittlung zu einem mutmaßlichen Umsatzsteuerbetrug in Höhe von 20 Millionen EUR eingeleitet, bei dem es um den Verkauf von kabellosen Ohrhörern, darunter AirPods, geht. Auf Ersuchen der EPPO-Staatsanwälte in München wurden fünf mutmaßliche Organisatoren in Tschechien festgenommen. Die Behörden beschlagnahmten zudem Vermögenswerte und froren Bankkonten in Tschechien, Deutschland und Litauen ein.
Die Ermittlung „Echo“
Die Ermittlung „Echo“ betrifft eine organisierte kriminelle Gruppe, die den Umsatzsteuerbetrug mutmaßlich mindestens von 2019 bis 2023 betrieb. Die Gruppe steht im Verdacht, das Umsatzsteuersystem der EU für grenzüberschreitende Transaktionen zwischen EU-Ländern ausgenutzt zu haben, bei denen bestimmte innergemeinschaftliche Lieferungen ohne Ausweis von Umsatzsteuer erfolgen können.
Der mutmaßliche Betrug umfasste die Gründung von Scheinfirmen und fingierten Lieferketten in Bulgarien, Tschechien, Deutschland, Ungarn, Litauen und der Slowakei. Diese Firmen wurden Berichten zufolge genutzt, um Transaktionen wie legitime grenzüberschreitende Verkäufe erscheinen zu lassen, obwohl die zugrunde liegenden Lieferketten mutmaßlich künstlich waren. Dadurch konnten die Verdächtigen Umsatzsteuererstattungen oder Vorsteuerabzüge geltend machen, während die entsprechende Umsatzsteuer in Deutschland nie ordnungsgemäß erklärt oder abgeführt wurde.
Der geschätzte Schaden für die öffentlichen Finanzen beläuft sich für den Zeitraum von 2019 bis 2023 auf 20 Millionen EUR. Im Rahmen der Vollstreckungsmaßnahmen beschlagnahmten die Behörden Immobilien in Tschechien und froren Bankkonten in Tschechien, Deutschland und Litauen ein. Die Ermittlungen hatten bereits zur Verurteilung von acht Verdächtigen geführt, darunter eine als Hauptorganisator des Umsatzsteuerbetrugs identifizierte Person. Der Fall ist jedoch noch nicht abgeschlossen, da die Ermittlungen gegen weitere mutmaßliche Beteiligte noch andauern.
Fazit
Die Ermittlung „Echo“ ist ein groß angelegter, länderübergreifender Umsatzsteuerbetrugsfall, bei dem die EPPO mit nationalen Steuer-, Polizei- und Vermögensabschöpfungsbehörden aus mehreren EU-Ländern zusammenarbeitet. Die Tatsache, dass frühere Verdächtige bereits verurteilt wurden, während gegen weitere Verdächtige noch ermittelt wird, zeigt, dass die Behörden weiterhin Personen im weiteren kriminellen Netzwerk identifizieren und strafrechtlich verfolgen.

