Das vom italienischen Parlament verabschiedete Haushaltsgesetz 2025 (Haushaltsgesetz) wurde am letzten Tag des Jahres 2024 im Amtsblatt veröffentlicht. Es umfasst die im November 2024 beschlossenen Regelungen sowie einige weitere Änderungen des Umsatzsteuergesetzes.
Zu den zentralen Umsatzsteuermaßnahmen des Haushaltsgesetzes, die am 1. Januar 2025 in Kraft getreten sind, zählen die Ausweitung des Reverse-Charge-Verfahrens in der Logistikbranche, die Möglichkeit der Umsatzbesteuerung von Schulungsleistungen qualifizierter Bildungsträger, die Umsatzsteuerregelung für Kleinunternehmen, die Umsatzsteuer auf Online-Veranstaltungen sowie die Regelungen zur Personalentsendung.
Zentrale Regelungen des Haushaltsgesetzes
Nach dem veröffentlichten Haushaltsgesetz gilt das Reverse-Charge-Verfahren für arbeitskraftbasierte Dienstleistungen, die in den Räumlichkeiten eines Kunden unter Nutzung seiner Investitionsgüter erbracht werden – konkret für Transport-, Warenumschlags- oder Logistikunternehmen. Von diesen Regeln ausgenommen sind Dienstleistungen an öffentliche Einrichtungen, bei denen die Umsatzsteuer über das Split-Payment-Verfahren abgewickelt wird, sowie an qualifizierte Arbeitsvermittlungsagenturen.
Das italienische Haushaltsgesetz verweist auf das Gesetzesdekret Nr. 180/2024, mit dem die EU-Richtlinie 2020/285 umgesetzt und eine besondere grenzüberschreitende Umsatzsteuerbefreiungsregelung für Kleinunternehmen eingeführt wurde. Die zum 1. Januar 2025 in Kraft getretene Kleinunternehmerregelung erlaubt es berechtigten Unternehmen – abhängig vom Umsatz –, eine Umsatzsteuerbefreiung für Waren und Dienstleistungen zu beantragen, die sie in anderen EU-Mitgliedstaaten erbringen.
Das genannte Gesetzesdekret Nr. 180/2024 setzte zudem die EU-Richtlinie 2022/542 um, wonach sich der Ort der umsatzsteuerlichen Leistung bei Streaming-Veranstaltungen danach bestimmt, wo der Empfänger ansässig ist oder seinen Wohnsitz hat – unabhängig davon, ob es sich um eine B2B- oder B2C-Leistung handelt.
Fazit
Unternehmen, die grenzüberschreitende Lieferungen erbringen oder im Transport-, Warenumschlags- oder Logistikbereich tätig sind, sollten die Auswirkungen und Folgen der neuen Regeln auf ihre Geschäftstätigkeit sorgfältig prüfen. Die korrekte Anwendung der neu geschaffenen Vorschriften ist entscheidend, um die steuerliche Compliance sicherzustellen und mögliche Probleme mit der italienischen Steuerbehörde zu vermeiden.
Quelle: EY

