Das Finanzministerium von Eswatini, ehemals Swasiland, veröffentlichte die Haushaltsrede 2026 unter dem Titel „Agape Love - Love in Action for Economic Transformation“ und stellte die Finanzpolitik damit als moralische Verpflichtung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern des Landes dar. Im Bereich der indirekten Steuern liegt der Schwerpunkt der Haushaltsrede auf einem Überblick über die Ergebnisse bereits umgesetzter Maßnahmen sowie auf allgemeinen Plänen zur Schließung der Compliance-Lücke.

Maßnahmen und Entwicklung bei den indirekten Steuern

Das Finanzministerium betonte, dass die Regierung gezielte Umsatzsteuerreformen eingeführt habe, um die Lebenshaltungskosten zu senken und die Steuergerechtigkeit zu verbessern. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören die Anhebung des umsatzsteuerfreien Schwellenwerts für an der Grenze ins Land eingeführte Waren von E 1,000 (rund USD 58) auf E 10,000 (rund USD 580), die Erweiterung der Liste steuerbefreiter Güter sowie der Nullsatz für Grundgüter wie Hygieneartikel, wiederverwendbare Windeln und bestimmte medizinische Bedarfsartikel.

Diese Maßnahmen sollen nicht nur die finanzielle Belastung der Haushalte verringern und zugleich ehrlichere Anmeldungen sowie eine bessere Compliance fördern, sondern auch zu höheren Einnahmen beitragen: Für das Haushaltsjahr 2025/26 wird ein Wachstum der gesamten Steuereinnahmen um 13.2% erwartet. Dennoch bleibt eine erhebliche Compliance-Lücke bestehen, die auf jährlich rund E 4 Milliarden (etwa USD 232.8 Millionen) geschätzt wird. Besonders anfällig ist die Umsatzsteuer zudem im Groß- und Einzelhandel.

Bemerkenswert ist, dass die Regierung ihren Schwerpunkt auf eine bessere Durchsetzung und Compliance legt, statt die Steuersätze zu erhöhen, und damit ein gerechteres System anstrebt, das bereits regelkonforme Steuerpflichtige nicht bestraft. Das Ministerium erwartet zudem einen Anstieg der Umsatzsteuereinnahmen um 24.8%, von E 5.85 Milliarden (rund USD 340.5 Millionen) im Jahr 2025/26 auf E 7.30 Milliarden (rund USD 425 Millionen) im Jahr 2026/27 – ein Zuwachs von fast USD 84 Millionen.

Die einzige neu angekündigte Maßnahme ist eine Anhebung der Verbrauchsteuern auf Alkohol und Tabakwaren um 3.39%, die mit sofortiger Wirkung gilt, um sich im Rahmen des Einnahmenpools der Südafrikanischen Zollunion (SACU) an Südafrika anzugleichen. Diese Entscheidung ist jedoch eher als notwendiger Schritt denn als innenpolitische Wahl zu verstehen.

Fazit

Die in der Haushaltsrede 2026 vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass Eswatinis Politik bei den indirekten Steuern weitgehend neutral bis leicht progressiv ausgerichtet ist. Die Kernbotschaft lautet: Es wird keine Erhöhung der Steuersätze geben, der Nullsatz für Grundgüter bleibt erhalten, und der Fokus liegt auf der Schließung der Compliance-Lücke statt auf höheren Steuern für bereits regelkonforme Unternehmen und Verbraucher.

Quelle: Staatshaushalt 2026 von Eswatini