Sieben Personen, die der Beteiligung an einem groß angelegten Umsatzsteuerbetrug verdächtigt werden, wurden in Verona und Neapel verhaftet. Die koordinierte Aktion wurde von der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) und der italienischen Finanzpolizei durchgeführt. Diese Verhaftungen stehen im Zusammenhang mit umfassenderen Ermittlungen, die im November 2025 zu koordinierten Maßnahmen der EPPO-Büros in Venedig und Zagreb führten und ein grenzüberschreitendes Netzwerk aufdeckten, das in mehreren EU-Ländern tätig war und einen geschätzten Schaden von mehr als EUR 78 Millionen an nicht gezahlter Umsatzsteuer verursachte.

Die Ergebnisse der Ermittlungen

Nach den Ermittlungen war die Gruppe in Italien und Kroatien über ein Netzwerk von Gesellschaften tätig, das darauf ausgelegt war, den Umsatzsteuerbetrug zu erleichtern. Das System funktionierte, indem Hygiene- und Haushaltswaren ohne Umsatzsteuer von italienischen Großhändlern gekauft und anschließend über sogenannte Missing-Trader-Gesellschaften im Raum Neapel geschleust wurden. Diese Einheiten verkauften die Waren dann weiter, ohne die geschuldete Umsatzsteuer abzuführen, sodass das Netzwerk dem Steuersystem unrechtmäßig Werte entziehen konnte, während die Handelskette auf dem Papier legitim erschien.

Zudem stellten die Ermittler fest, dass die ausländischen Briefkastenfirmen des Netzwerks sowie weitere Unternehmen, die an verschiedenen Punkten der betrügerischen Lieferkette eingesetzt wurden, in Wirklichkeit von Italien aus durch die kriminelle Organisation gesteuert wurden.

Um die Spuren ihrer illegalen Tätigkeiten zu verwischen, sollen die Verdächtigen die beteiligten Gesellschaften wiederholt ausgetauscht und auf Strohmänner angemeldet haben, die über kein echtes Vermögen verfügten und nicht tatsächlich beteiligt waren. Dadurch entstand eine künstliche Lieferkette, die auf mehreren grenzüberschreitenden Transaktionen beruhte und es der Gruppe ermöglichte, den Betrug zu verschleiern und allein in Italien mehr als EUR 33 Millionen an Umsatzsteuer zu hinterziehen.

Von den Festgenommenen wurden zwei der Hauptorganisatoren in Untersuchungshaft genommen, vier weitere Verdächtige unter Hausarrest gestellt und zwei zusätzliche Personen mit milderen Sicherungsmaßnahmen belegt, etwa einer Meldepflicht bei den Behörden und einem Verbot der Ausübung geschäftlicher Tätigkeiten. Die Haftbefehle wurden nur für sieben Verdächtige vollstreckt, da einer das Land verlassen hatte.

Fazit

Die Ermittlung Nebula zeigt, wie weit verbreitet Umsatzsteuerbetrug sein kann und dass ein erfolgreiches Vorgehen in einem Land nicht automatisch bedeutet, dass das System vollständig zerschlagen ist. Mit den jüngsten Maßnahmen hat die EPPO mit Unterstützung der nationalen Behörden in Kroatien und Italien ein EU-weites kriminelles System zerschlagen, das komplexe Handelsströme mit Alltagswaren nutzte, um Umsatzsteuer in großem Umfang zu hinterziehen. Ob dies das Ende dieser Ermittlungen ist, bleibt jedoch abzuwarten, da weitere Strafverfolgungen und Verfahren zur Vermögensabschöpfung folgen könnten.

Quelle: EPPO