Maryland führte 2022 die Digital Advertising Services Tax auf alle im Bundesstaat erzielten Einnahmen aus digitalen Werbedienstleistungen ein. Die erste Steuererklärung und Zahlung hätten bis zum 15. April 2022 erfolgen sollen. Drei Jahre später steht die Steuer jedoch vor rechtlichen Herausforderungen und ist Gegenstand von Verfahren vor Bundesgerichten, da sie angeblich gegen den First Amendment verstößt.
Auswirkungen auf Unternehmen: Warum sich Unternehmen wehren
Die United States Chamber of Commerce (Chamber) und drei weitere Wirtschaftsverbände leiteten das Gerichtsverfahren ein, um die Durchsetzung einer neuen bundesstaatlichen Steuer in Maryland zu stoppen. Die Digital Advertising Services Tax (DAT) verpflichtet große Technologieunternehmen, eine Steuer auf Grundlage der Bruttoeinnahmen aus digitaler Werbung in Maryland zu zahlen.
In ihrer Klage erklärten die Chamber und die Verbände, dass die neue Steuer gegen mehrere Gesetze und Klauseln sowie gegen den First Amendment verstößt – konkret als inhaltsbezogene Regulierung von Meinungsäußerung.
Während die Verfahren noch beim US Court of Appeals und beim Maryland Tax Court anhängig sind, hat der Maryland Comptroller, der für alle steuerlichen Angelegenheiten zuständig ist, den gesetzlichen Erstattungszeitraum der DAT nicht festgelegt. In Maryland beträgt die Verjährungsfrist für die meisten Steueransprüche drei Jahre, was bedeutet, dass dieselbe Regel für alle Erstattungen gilt, die Steuerpflichtige beim Comptroller beantragen können. Daher haben alle, die eine Erstattung geltend machen möchten, bis zum 15. April 2025 Zeit, einen Antrag zu stellen.
Selbst wenn eines der beiden Gerichte feststellt, dass das Gesetz gegen bestimmte Bestimmungen der genannten Gesetze, Klauseln und den First Amendment verstößt, und es für ungültig erklärt, ist ungewiss, in welchem Umfang die Erstattung für Ansprüche außerhalb der Verjährungsfrist zugelassen wird.
Fazit
Obwohl die Due-Process-Klausel des Fourteenth Amendment Rechtsbehelfe gegen verfassungswidriges staatliches Handeln verlangt, könnte das für 2025 prognostizierte Haushaltsdefizit Marylands von 2,7 Milliarden USD den Bundesstaat dazu veranlassen, rückwirkende Entlastungen oder Barerstattungen zu begrenzen, falls die DAT für ungültig erklärt wird.
Da mit einer Entscheidung in keinem der beiden Fälle frühestens vor Ende 2025 zu rechnen ist, sollten Steuerpflichtige, die 2022 nach den Regeln der DAT Steuererklärungen eingereicht und die fällige Steuer gezahlt haben, in Erwägung ziehen, vor Ablauf der Verjährungsfrist einen Erstattungsantrag zu stellen. In diesem Fall behalten sie – sollte das Gesetz für ungültig erklärt werden – ihre Ansprüche auf etwaige letztlich festgestellte Erstattungen.
Quelle: EY

