Im vergangenen Jahr hat Argentinien zahlreiche Änderungen seiner Finanzpolitik, seines Haushalts und seines Steuersystems durchlaufen, einschließlich der Umsatzsteuer (USt.). Während Präsident Javier Milei seine aggressive Reform zur Sanierung der argentinischen Finanzlage fortsetzte, wurden mehrere Verordnungen verabschiedet und im Amtsblatt veröffentlicht.
Auswirkungen der verabschiedeten Verordnungen
Die Zoll-, Kontroll- und Erhebungsbehörde, auch bekannt als ARCA, hat das Regime der steuerlichen Transparenz durch die Verordnung 5614/2024 geregelt. Die Verordnung, die große Unternehmen verpflichtet, die USt. und andere nationale indirekte Steuern gesondert auszuweisen, wird schrittweise eingeführt und schließt letztlich auch mittlere und kleine Unternehmen ein.
Die Verordnung trat am 1. Januar 2025 in Kraft. Während große Unternehmen auf ihren Rechnungen eine Zeile mit dem USt.-Betrag angeben und die internen Steuern aufschlüsseln müssen, die den Endverbraucherpreis beeinflussen, können andere Unternehmen bis zum 31. März 2025 freiwillig am sogenannten Transparenzregime teilnehmen; danach wird die Teilnahme ab dem 1. April verpflichtend.
Die Verordnung 5623/2025 verlängerte die Einkommensteuer- und USt.-Befreiungen für bestimmte Einfuhren, darunter unentbehrliche Güter und Vorleistungen für Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen. Die Maßnahme, die zunächst bis zum 31. Dezember 2024 galt, wird bis zum 31. Dezember 2025 verlängert.
Nach der Verordnung 5624/2024 wurden Ausnahmebescheinigungen für Einkommensteuer- und USt.-Vorauszahlungen auf bestimmte eingeführte Waren vorübergehend bis zum 30. Juni 2025 ausgesetzt. Während diese Maßnahme in Kraft ist, sind Einkommensteuer-Vorauszahlungen nicht abzugsfähig, während USt.-Vorauszahlungen ohne Einschränkungen vollständig angerechnet werden können.
Fazit
Die jüngsten steuer- und finanzpolitischen Anpassungen Argentiniens, einschließlich der in den Verordnungen 5614/2024, 5623/2025 und 5624/2024 festgelegten Maßnahmen, zeigen eine Hinwendung zu mehr Transparenz und Unterstützung für Unternehmen. Dies ist Teil eines umfassenderen Plans, um die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen und die finanzielle Stabilisierung des öffentlichen und privaten Sektors zu gewährleisten.
Die langfristigen Auswirkungen der Finanzpolitik und Steuerreform unter der Regierung von Präsident Milei bleiben abzuwarten. Dennoch sind in den kommenden Monaten weitere Änderungen und Anpassungen des Steuersystems, einschließlich der USt., zu erwarten.
Quelle: ARCA - Steuerliche Transparenz, Bloomberg, Baker McKenzie

