Die australische Regierung hat mehrere Steuer- und Handelsgesetze in Kraft gesetzt, nachdem die zugehörigen Gesetzentwürfe die königliche Zustimmung (Royal Assent) erhalten haben. Sie sind Teil eines umfassenden Pakets australischer Steuer- und Handelsreformen, das einen neuen Verlustrücktrag für Unternehmen, die Senkung hunderter Zölle und einen neuen Haftungsrahmen für große digitale Plattformen umfasst.
Die wichtigsten steuerlichen Maßnahmen und Änderungen
Eines der verabschiedeten Gesetze ist der Treasury Laws Amendment (Tax Reform No. 2) Act 2026, der mehrere wichtige steuerliche Maßnahmen einführt. Erstens können berechtigte körperschaftsteuerpflichtige Unternehmen – mit Ausnahme bedeutender globaler Konzerne (significant global entities) – für Steuerjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2026 beginnen, steuerliche Verluste auf bis zu zwei vorangegangene Steuerjahre zurücktragen. So kann ein Unternehmen, das in die Verlustzone gerät, unter Umständen in früheren Gewinnjahren gezahlte Steuern zurückerhalten und seine Liquidität verbessern.
Das Gesetz macht zudem die Sofortabschreibung (instant asset write-off) von AUD 20,000 für kleine Unternehmen mit einem aggregierten Jahresumsatz von unter AUD 10 Millionen dauerhaft. Berechtigte abnutzbare Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von weniger als AUD 20,000 können sofort abgeschrieben werden, sofern sie am oder nach dem 1. Juli 2026 erstmals genutzt oder installiert werden. Damit sollen kleinere Unternehmen zu Investitionen in Ausrüstung und andere Betriebsvermögen angeregt werden, indem sie einen sofortigen Steuerabzug erhalten, statt die Kosten über mehrere Jahre abschreiben zu müssen.
Zu den weiteren Maßnahmen zählen eine Einkommensteuerbefreiung für Beschäftigungsverhältnisse im Rahmen des Papua-Neuguinea-Franchise sowie der Bestandsschutz für die bestehende steuerliche Behandlung des Negative Gearing in bestimmten Fällen, in denen Wohnimmobilien durch Erbschaft oder infolge einer Trennung erworben werden.
Eine gesonderte News-Media-Bargaining-Gesetzgebung schafft den administrativen und haftungsrechtlichen Rahmen für den News Media Incentive (NMI). Nach dieser Regelung können Muttergesellschaften für eine Abgabe haftbar werden, wenn ihre Unternehmensgruppe bedeutende Social-Media- oder Suchdienste bereitstellt und bestimmte Schwellenwerte für australische Umsätze aus digitaler Werbung erreicht.
Schließlich senkt der Customs Tariff Amendment (Incorporation of Proposals) Act (No. 1) 2026 Handelshemmnisse, indem er bestimmte Bagatellzölle abschafft und rund 500 Zollsätze zollfrei stellt. Darüber hinaus verlängert er befristete Zollregelungen in Bezug auf Russland, Belarus und die Ukraine.
Fazit
Insgesamt stellen diese Reformen eine erhebliche Modernisierung der australischen Steuer- und Handelslandschaft dar. Indem sie die Liquidität von Unternehmen stärkt, die steuerlichen Pflichten kleinerer Betriebe vereinfacht und einen neuen Rahmen für digitale Plattformen sowie den lokalen Nachrichtensektor schafft, fördert die Regierung ein widerstandsfähigeres wirtschaftliches Umfeld.

