Brasilien ist von der Diskussion seiner Verbrauchsteuerreform zu deren aktiver Umsetzung übergegangen. Vor Kurzem haben die Bundessteuerbehörde (RFB) und der Verwaltungsausschuss für die Steuer auf Waren und Dienstleistungen (CGIBS) mehrere zentrale Rechtsakte erlassen, die den Rahmen für das neue Steuersystem festlegen. Konkret legt die jüngste Gesetzgebung den Zeitplan Brasiliens für die verpflichtende Ausstellung elektronischer Steuerdokumente und die Veröffentlichung der zugehörigen technischen Layouts im Rahmen der Verbrauchsteuerreform fest.

Zeitplan für die Einführung elektronischer Steuerdokumente

Die Anforderungen an die verpflichtende Ausstellung elektronischer Steuerdokumente im Rahmen der brasilianischen Verbrauchsteuerreform werden schrittweise eingeführt, wobei verschiedene Dokumenttypen zwischen dem 3. August 2026 und dem 1. Januar 2027 verpflichtend werden.

Die erste Phase begann am 3. August 2026 und umfasst wichtige elektronische Dokumente wie NF-e, NFC-e, CT-e, CT-e OS, BP-e, MDF-e, GTV-e, NF3e, DC-e und NFS-e Via. Ab dem 1. Oktober 2026 werden die Anforderungen auf Dokumente wie NFCom, die Einfuhr-Überweisungserklärung (DIR), bestimmte DeRE-Ereignisse und allgemeine kommunale Dienstleistungs-NFS-e ausgeweitet. Die ersten monatlichen DeRE-Ereignisse für Oktober müssen bis zum 15. November 2026 gemeldet werden.

Ab dem 1. Dezember 2026 kommen weitere NFS-e-Kategorien hinzu, ebenso wie NFGas, NFAg, NF-e ABI und von nicht ICMS-pflichtigen Personen für IBS- und CBS-Lieferungen ausgestellte NF-e. Die letzte Phase beginnt am 1. Januar 2027 und umfasst Duimp, monophasische NF-e, NF-e für die Einfuhr von Sachgütern und die verbleibenden DeRE-Ereignisse.

Technische Layouts und Compliance-Programm

Die kürzlich veröffentlichte Gesetzgebung legt außerdem die XML-Layouts und Validierungsregeln fest, die Unternehmen und Softwareanbieter bei der Ausstellung elektronischer Steuerdokumente befolgen müssen. Darüber hinaus führt die Gesetzgebung ein Compliance-Programm 2026 ein, um Unternehmen während der Übergangsphase zu unterstützen. Im Rahmen dieses Programms erhalten Steuerpflichtige, die bei der Erfüllung ihrer steuerlichen Nebenpflichten kooperatives Verhalten zeigen, zusätzliche Zeit, um Compliance-Probleme zu korrigieren oder zu regularisieren.

Fazit

Um die neuen Anforderungen zu erfüllen, müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre ERP-Systeme, Rechnungssoftware und Dienstleister mit den neuesten genehmigten technischen Spezifikationen übereinstimmen. Zudem bietet das Compliance-Programm Unternehmen eine gewisse Flexibilität, während sie sich an die neuen Anforderungen für elektronische Steuerdokumente anpassen.