Am 28. Juni 2024 verabschiedete das finnische Parlament die im Regierungsentwurf (HE 61/2024) dargelegten Änderungen des Mehrwertsteuergesetzes. Diese Änderungen stehen im Zusammenhang mit dem zweiten Nachtragshaushaltsentwurf des Staates für 2024.

Die Änderungen umfassen die Änderung des MwSt-Regelsatzes und die Reform des Satzes der Versicherungsprämiensteuer (Insurance Premium Tax, IPT).

Praktische Auswirkungen

Diese Änderungen werden sich unmittelbar auf Unternehmen und Privatpersonen auswirken. Ab dem 1. September 2024 wird der MwSt-Regelsatz von 24 Prozent auf 25,5 Prozent steigen. Ebenso wird die Versicherungsprämiensteuer von 24 Prozent auf 25,5 Prozent steigen, da sie an den allgemeinen Mehrwertsteuersatz angeglichen ist.

In der Praxis gilt der neue MwSt-Satz für Transaktionen, bei denen die Pflicht zur Zahlung der MwSt am oder nach dem 1. September 2024 entsteht, während Transaktionen, für die die MwSt-Pflicht vor dem Stichtag entstanden ist, weiterhin dem MwSt-Satz von 24 % unterliegen.

Werden die Waren vor dem 31. August 2024 geliefert und zahlt der Käufer später im September für die Waren, gilt der Satz von 24 %.

Wenn eine Vorauszahlung an den Verkäufer geleistet wird, muss dieser die MwSt für den Steuerzeitraum melden, in dem die Zahlung eingegangen ist. Geht die Vorauszahlung ein, bevor die MwSt-Änderungen in Kraft treten, beträgt der anwendbare MwSt-Satz 24 %.

Bei Ratenverträgen, bei denen Verkäufer und Käufer vereinbaren, dass der Käufer die gekauften Waren in mehreren Raten zahlen kann, bestimmt das Lieferdatum der Waren, wann die Pflicht zur Zahlung der MwSt entsteht.

Die MwSt auf Dienstleistungen wird berechnet, wenn die Dienstleistungen an den Empfänger erbracht werden. Wenn die Dienstleistungen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der MwSt-Änderung nicht abgeschlossen sind, gilt der MwSt-Satz, der am Tag der Erbringung der fertigen Dienstleistung in Kraft ist.

Diese Änderungen betreffen auch E-Commerce-Unternehmen, die den EU-OSS und IOSS nutzen. Unternehmen müssen sich nicht nur anpassen, um neue Sätze auf ihre Waren und Dienstleistungen anzuwenden, sondern werden auch mit Herausforderungen hinsichtlich der MwSt-Meldungen konfrontiert, die sie für den Zeitraum Q3 2024 einreichen müssen.

Fazit

Unternehmen in Finnland sollten sich auf die bevorstehenden Erhöhungen des MwSt- und IPT-Satzes vorbereiten, die am 1. September 2024 in Kraft treten. Alle Unternehmen müssen ihre Preise, Rechnungen, Websites und Buchhaltungssysteme an den neuen Satz anpassen, um mögliche Strafen zu vermeiden.

Quelle: Finland Tax Authority (Vero Skatt), The Finnish Parliament