Anfang 2024 wurden neue Regeln zur Besteuerung digitaler Dienstleistungen und von Unternehmen mit einer wesentlichen wirtschaftlichen Präsenz in Kolumbien eingeführt. Ab dem 1. Januar 2024 unterliegen ausländische Anbieter digitaler Dienstleistungen einem Einkommensteuersatz von 3 % auf den Bruttobetrag, der aus dem Verkauf von Waren und der Erbringung von Dienstleistungen an kolumbianische Verbraucher oder Nutzer erzielt wird.
Der vorgeschlagene Haushaltsplan 2025 könnte digitale Plattformen, die Dienstleistungen in einigen bestimmten Branchen anbieten, erheblich beeinträchtigen, indem möglicherweise die geltenden Mehrwertsteuersätze (MwSt.) erhöht werden.
Änderung der Mehrwertsteuersätze
Der Vorschlag der kolumbianischen Regierung für den Haushalt 2025 umfasst eine mögliche Erhöhung des MwSt-Satzes für digitale Plattformen. Bei Genehmigung könnte der Satz auf 19 % steigen und die breitere digitale Wirtschaft erheblich beeinflussen.
Diese Änderungen würden vor allem Plattformen für die kurzfristige Vermietung von Unterkünften wie Airbnb sowie Online-Wett- und E-Gaming-Plattformen betreffen. Auf diese Plattformen wird derzeit eine gestaffelte Steuerstruktur von 15–17 % auf den Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) angewendet.
Die vorgeschlagenen Änderungen betreffen jedoch wahrscheinlich nur inländische digitale Plattformen und schaffen ungleiche Wettbewerbsbedingungen. Folglich würden neue Regeln, sofern sie verabschiedet werden, auch gebietsfremde digitale Plattformen hinsichtlich der Steuerlast in eine günstigere Position bringen.
Dennoch stieß der Vorschlag, den MwSt-Satz für digitale Plattformen zu erhöhen, bei vielen auf Widerstand und Kritik und warf Fragen darüber auf, welche Nachteile entstehen könnten, wenn ein solcher Vorschlag angenommen und umgesetzt wird.
Neben dem neuen MwSt-Satz wurde für die Glücksspielbranche bereits eine weitere Neuerung eingeführt: die verpflichtende Übermittlung elektronischer Rechnungen über das nationale E-Invoicing-System. Bei jeder Transaktion müssen Informationen wie der eingesetzte und ausgezahlte Betrag, die Seriennummern der Spielautomaten sowie detaillierte Angaben zur steuerpflichtigen Person, einschließlich IP-Adresse oder Internetadresse, sofern die Dienstleistung online angeboten und erbracht wird, gemeldet werden.
Fazit
Da Online-Wett- und E-Gaming-Plattformen eine bemerkenswerte Rolle in der kolumbianischen Wirtschaft spielen und mehr als 150.000 Arbeitsplätze schaffen, würden diese Änderungen dieser Branche erheblich schaden. Zudem bleibt abzuwarten, ob diese Änderungen nur für inländische digitale Plattformen gelten oder ob auch ausländische digitale Plattformen betroffen sein werden.
Quelle: SBC News, The iGaming Post, Answer Connect

