Die vietnamesische Regierung hat ein neues Dekret zu den Vorschriften für E-Rechnungen und elektronische Belege erlassen, das im Einklang mit dem aktualisierten Gesetz über die Steuerverwaltung steht. Das neue Dekret, das am 1. Juli 2026 in Kraft trat, ersetzt frühere Vorschriften und standardisiert Vietnams E-Rechnungssystem weiter. Es liefert klarere Vorgaben zu den Pflichten von Steuerpflichtigen, zur Verwaltung von Rechnungsdaten und zu den Prozessen, die erforderlich sind, um die Einhaltung der zunehmend digitalen Steuerverwaltungsumgebung sicherzustellen.
Für wen das Dekret gilt und Rechnungskategorien
Das Dekret gilt für alle wichtigen Beteiligten im vietnamesischen E-Rechnungs-Ökosystem. Dazu gehören Unternehmen, Genossenschaften, Haushaltsbetriebe, Einzelpersonen, die Verkäufe tätigen oder Dienstleistungen erbringen, Käufer von Waren und Dienstleistungen, Anbieter von E-Rechnungs- und E-Beleg-Diensten sowie die für Aufsicht und Verwaltung zuständigen Steuer- und Zollbehörden.
Das Dekret legt drei Hauptkategorien von E-Rechnungen fest: E-Rechnungen mit Steuerbehördencode, E-Rechnungen ohne Steuerbehördencode und E-Rechnungen, die von Registrierkassen erzeugt werden, die mit der Datenbank der Steuerbehörde verbunden sind. Darüber hinaus müssen Unternehmen detaillierte Anforderungen an Inhalt, Format und Verwaltung von E-Rechnungen erfüllen. Eine E-Rechnung muss wichtige Daten enthalten, wie den Typ der E-Rechnung, die Rechnungsnummer und Seriennummer sowie die Identifikationsdaten von Verkäufer und Käufer.
Zudem werden die zeitlichen Vorgaben für die Ausstellung durch die Gesetzgebung klargestellt. Bei Warengeschäften müssen E-Rechnungen ausgestellt werden, wenn das Eigentum oder das Nutzungsrecht an den Waren übertragen wird, unabhängig davon, ob die Zahlung erfolgt ist. Bei Dienstleistungen sind E-Rechnungen in der Regel bei Abschluss der Dienstleistung erforderlich. Für bestimmte Branchen wie Bauwesen, Elektrizität, Telekommunikation und Immobilien gelten jedoch besondere sektorspezifische Regeln.
Wichtig ist, dass Steuerpflichtige sicherstellen müssen, dass E-Rechnungen sicher gespeichert werden und während der gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfrist korrekt, zugänglich und unverändert bleiben. Das Dekret führt zudem mehrere Maßnahmen ein, um den Übergang zur E-Rechnung zu erleichtern und die Einhaltung der Vorschriften zu fördern. So können beispielsweise berechtigte kleine und mittlere Unternehmen, Genossenschaften und Haushaltsbetriebe in Gebieten mit schwierigen sozioökonomischen Bedingungen bis zu 12 Monate lang kostenlose E-Rechnungsdienste erhalten.
Was das bedeutet
Das Dekret sieht Übergangsregelungen vor, um eine reibungslose Umsetzung zu gewährleisten, einschließlich der Anforderung, dass bestimmte Arten von papierbasierten Aufzeichnungen und Belegen bis Ende 2026 in elektronische Formate umgewandelt werden müssen. Wer von den Vorschriften zu E-Rechnungen und elektronischen Belegen betroffen ist, sollte prüfen, wie sich diese Änderungen auf den eigenen Geschäftsbetrieb auswirken und ob eine Berechtigung für staatliche Fördermaßnahmen besteht.

