Nachdem Italien seine Pläne zur Änderung seiner Digitalsteuer (DST) angekündigt hatte, schlugen auch französische Gesetzgeber Änderungen der DST-Regeln im Haushalt 2025 vor. Während Italiens Lösung jedoch darin besteht, die globale und nationale DST-Schwelle abzuschaffen, verfolgt Frankreich einen anderen Ansatz, um mehr Staatseinnahmen aus digitalen Dienstleistungen zu erzielen.
Während viele Länder noch auf die endgültige Entscheidung zur Umsetzung des Zwei-Säulen-Plans der OECD warten, aus Angst vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen in Form von US-Handelssanktionen, erwägt Frankreich, die DST-Regeln zu ändern, um sein Haushaltsdefizit zu verringern.
Vorgeschlagene Änderungen und ihre Auswirkungen
Frankreich führte die DST, auch bekannt als GAFAM, im Jahr 2019 ein und setzte sie auf einen Satz von 3 % fest. Nach der umgesetzten DST-Regel sind die der DST unterliegenden steuerpflichtigen Personen französische und ausländische Unternehmen, deren Jahresumsatz aus steuerpflichtigen Lieferungen weltweit 750 Millionen EUR beträgt. Davon werden mindestens 25 Millionen EUR von französischen Verbrauchern erzielt.
Fünf Jahre später erwägt Frankreich einen anderen Ansatz als Italien, während es darüber debattiert, ob der DST-Satz erhöht werden soll. Der erste Vorschlag war, ihn auf 6 % zu erhöhen, wurde jedoch abgelehnt. Es wurde jedoch ein neuer Vorschlag gemacht, ihn auf 5 % zu erhöhen, was mehr als 500 Millionen EUR an zusätzlichen Einnahmen für den nationalen Haushalt generieren würde.
Dies alles erfolgt im Rahmen der Ausarbeitung des Finanzgesetzes 2025 und der Debatte über alle Steuern und sonstigen Haushaltsmaßnahmen für das folgende Jahr. Der Vorschlag einer DST von 5 % wird noch bewertet und diskutiert, sodass abzuwarten bleibt, wofür sich die französischen Gesetzgeber entscheiden werden.
Fazit
Da die Umsetzung des Zwei-Säulen-Plans der OECD noch ungewiss ist, unternehmen immer mehr Länder Schritte zur Umsetzung oder Aktualisierung ihrer DST-Regeln und -Vorschriften. Die erste Säule (Pillar One) ist von wesentlicher Bedeutung für digitale Dienstleistungen und Unternehmen, die an deren Erbringung beteiligt sind.
Daher sollte es, während auf einen Konsens für eine einheitliche Regelung auf globaler Ebene gewartet wird, nicht überraschen, wenn andere Länder Italien oder Frankreich folgen und die Angelegenheit selbst in die Hand nehmen. Dies wird zusätzliche finanzielle und operative Herausforderungen für global tätige Unternehmen mit sich bringen.
Quelle: Nationalversammlung - Änderungsantrag Nr. I-735, Nationalversammlung - Änderungsantrag Nr. I-CF1747, Finanzgesetz für 2025, VATabout - Italien schlägt im Finanzgesetz 2025 die Abschaffung der Schwellenwerte für die Digitalsteuer vor

