Am 9. August 2026 erließ die omanische Steuerbehörde die Ministerialentscheidung Nr. 189/2026 im Rahmen der Vorbereitungen für die Einführung der E-Invoicing im Land. Die Entscheidung ändert bestimmte Bestimmungen der Oman VAT Executive Regulations und legt einen neuen Zeitplan fest, der den zuvor angekündigten Zeitplan ersetzt. Die jüngsten Änderungen folgen auf die Veröffentlichung der E-Invoicing-FAQ im Juni 2026.

Neuer Zeitplan für die Einführung der E-Invoicing

Das verpflichtende E-Invoicing-System wird wie geplant in zwei Phasen eingeführt, jedoch nach einem neuen Zeitplan. Der Jahresumsatz der Steuerpflichtigen bestimmt, welche Einführungsphase gilt. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über OMR 5 Millionen (rund USD 13 Millionen) müssen ab dem 1. April 2027 den Vorgaben entsprechen, während Steuerpflichtige mit einem Jahresumsatz von OMR 5 Millionen oder weniger ab dem 1. Oktober 2027 unter das verpflichtende Regime fallen.

Nach dem neuen Zeitplan haben Unternehmen zwei zusätzliche Monate Zeit, um sich auf die E-Invoicing-Vorschriften und -Regelungen vorzubereiten. Vor Beginn der verpflichtenden Einführung wird Oman wie zuvor angekündigt ein freiwilliges Pilotprojekt mit 100 ausgewählten Unternehmen durchführen, um das System zu testen. Bemerkenswert ist, dass die Steuerbehörde angegeben hat, dass Pilotteilnehmer bis zum 31. März 2027 nicht mit Sanktionen wegen Nichteinhaltung der E-Invoicing-Vorgaben belegt werden.

Der geänderte Artikel 143 der VAT Executive Regulations regelt jedoch die E-Invoicing für Einfuhren von Gegenständen oder Dienstleistungen sowie für nicht in den Anwendungsbereich fallende Umsätze nicht ausdrücklich. Frühere von der omanischen Steuerbehörde abgehaltene Workshops hatten darauf hingedeutet, dass die E-Invoicing für Einfuhren von Gegenständen und Dienstleistungen verpflichtend wäre, während ihre Verwendung für nicht in den Anwendungsbereich fallende Umsätze optional wäre.

Fazit

Der überarbeitete E-Invoicing-Zeitplan bietet Unternehmen eine zusätzliche Verlängerung um zwei Monate, um ihre Systeme an den neuen Rechtsrahmen anzupassen. Auch wenn diese zusätzliche Vorbereitungszeit von Vorteil ist, bleibt die derzeit fehlende ausdrückliche Klarheit hinsichtlich Einfuhren und nicht in den Anwendungsbereich fallender Umsätze eine Herausforderung. Um Risiken zu verringern und die vollständige Compliance sicherzustellen, müssen Unternehmen proaktiv bleiben und die kommenden Leitlinien der omanischen Steuerbehörde aufmerksam verfolgen, während die verpflichtenden Einführungstermine näher rücken.