Karussellbetrug bei der Mehrwertsteuer in Italien: Betrug in Höhe von 500 Millionen Euro aufgedeckt
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Auf Antrag der Europäischen Staatsanwaltschaften (EPPO) in Neapel und Venedig hat die italienische Finanzpolizei in Neapel und Caserta im Rahmen einer Ermittlung wegen eines groß angelegten Karussellbetrugs im IT-Sektor Vermögenswerte beschlagnahmt. Diese vorbeugende Beschlagnahme erfolgte auf Anordnung des Ermittlungsrichters am Gericht von Neapel und richtet sich gegen fünf Unternehmen, die mutmaßlich an dem Betrug beteiligt sind.
Überblick über das Betrugsmodell
Die Verdächtigen und die unter Untersuchung stehenden Unternehmen schufen ein Netzwerk aus italienischen und ausländischen Briefkastenfirmen ohne tatsächliche Geschäftstätigkeit, die dazu dienten, Handelsgeschäfte vorzutäuschen und falsche Mehrwertsteuergutschriften zu generieren. Konkret waren in den Niederlanden, Deutschland, Rumänien und Ungarn registrierte Unternehmen an der Struktur beteiligt, um den Geldfluss zu verschleiern.
Die betroffenen Waren, hauptsächlich Elektronik und Druckerzubehör, wurden Berichten zufolge physisch nie bewegt, sondern verblieben in denselben Lagern, während auf dem Papier gefälschte Transaktionen verbucht wurden. Die italienischen und europäischen Behörden identifizierten Rechnungen für nicht existierende Transaktionen in Höhe von insgesamt mehr als 500 Millionen Euro.
Aufgrund dieser Erkenntnisse erließ das Gericht in Neapel eine vorbeugende Beschlagnahmungsverfügung, die Beteiligungen an fünf verdächtigen Unternehmen, vier Geschäftskomplexe und ein Industrie-Lagerhaus in Somma Vesuviana umfasste, wobei Vermögenswerte im Wert von über 32 Millionen Euro beschlagnahmt wurden. Bemerkenswert ist, dass die von der EPPO und der Finanzpolizei durchgeführten Maßnahmen Teil einer umfassenderen Untersuchung eines organisierten Netzwerks von 64 Verdächtigen sind, das größtenteils im Raum Neapel ansässig ist und sich auf EU-internen Mehrwertsteuerbetrug spezialisiert hat.
Fazit
Mit insgesamt 64 verdächtigen Personen, Vermögenswerten im Wert von über 32 Millionen Euro, die eingefroren wurden, und einem geschätzten Schaden von 500 Millionen Euro, der durch das Betrugsmanöver verursacht wurde, sendet die Ermittlung ein klares Signal, dass sich groß angelegter Steuerbetrug, der auf EU-Einnahmen abzielt, zu einem ausgeklügelten System entwickelt hat, das den EU-Binnenmarkt durch mehrere Ebenen von Briefkastenfirmen und fiktiven Papierwegen ausnutzt. Die koordinierte Reaktion der EPPO und der italienischen Finanzpolizei zeigt jedoch, dass die EU zunehmend in der Lage ist, dieser Komplexität gerecht zu werden.
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