Ende März verabschiedete das Abgeordnetenhaus (House of Delegates) in Maryland das steuerbezogene Haushaltsgesetz, das die Einführung einer neuen Sales Tax auf Daten- und IT-Dienstleistungen umfasst. Dies ist das zweite Mal in den vergangenen vier Jahren, dass die Regeln zur Sales Tax für digitale Waren und Dienstleistungen geändert werden.

Im Jahr 2021 beschloss Maryland, die Steuerbasis für die Sales and Use Tax zu verbreitern und verschiedene digitale Waren und Dienstleistungen einzubeziehen, wobei zugleich eine Befreiung für viele Software- und SaaS-Transaktionen gewährt wurde.

Auswirkungen auf Steuerpflichtige

Ab dem 1. Juli 2025 umfasst die Definition der steuerpflichtigen Dienstleistung die Datenverarbeitung, das Hosting und damit verbundene Dienste sowie andere IT-Dienstleistungen wie Web-Suchportale und Online-Verzeichnisse, digitale Bibliotheken und Recherchedatenbanken, den Entwurf von Computersystemen, den Entwurf, die Entwicklung und die Veröffentlichung von Software.

Die anwendbare Sales and Use Tax ist auf 3 % festgesetzt, was deutlich unter dem allgemeinen Satz von 6 % liegt. In Fällen, in denen es schwierig sein kann festzustellen, welcher Satz gilt, ist jedoch der höhere der beiden Sätze anwendbar.

Die Entscheidung, eine Sales Tax von 3 % auf Daten- und IT-Dienstleistungen zu erheben, ergab sich aus der Entscheidung, die zuvor vorgeschlagene Sales Tax von 2,5 % auf viele B2B-Dienstleistungen nicht zu erheben, die Teil der Budget Highlights für das Haushaltsjahr 2026 war. Aufgrund des lautstarken Widerstands der Wirtschaft in Maryland gegen die zuvor vorgeschlagenen Maßnahmen musste die Landesregierung eine andere Lösung finden, um in den kommenden Jahren eine Haushaltslücke von USD 3 Milliarden zu schließen.

Der Vorschlag, eine Sales Tax von 3 % auf Daten- und IT-Dienstleistungen zu erheben, wird dem Senat zur Beratung vorgelegt. Falls der Senat Änderungen an der vorgeschlagenen Sales Tax vornimmt, geht das Gesetz an das Abgeordnetenhaus zurück, das die Änderungen des Senats entweder annehmen oder ablehnen kann. Sollte das Abgeordnetenhaus die vorgeschlagenen Änderungen ablehnen, geht das Gesetz zur weiteren Beratung an den Vermittlungsausschuss (conference committee).

Fazit

Auch wenn abzuwarten bleibt, wie die endgültige Entscheidung über die Erhebung der Steuer ausfällt, ist anzumerken, dass die derzeitige Maßnahme vom Gouverneur von Maryland auf Grundlage der mit den Führungspersonen von Abgeordnetenhaus und Senat erzielten Einigung vorgeschlagen wurde. Daher ist zu erwarten, dass Unternehmen ab dem 1. Juli 2025 eine Sales Tax von 3 % auf erbrachte Daten- und IT-Dienstleistungen erheben und abführen müssen.

Quelle: EY, VATabout