Die Verabschiedung des Pakets zur VAT im digitalen Zeitalter, allgemein bekannt als ViDA, war einer der am meisten verfolgten Prozesse in der EU im Bereich der VAT-Landschaft. Nach mehreren Verschiebungen und politischen Meinungsverschiedenheiten zu zentralen Fragen wurde ViDA schließlich am 5. November 2024 verabschiedet.

Nachdem alle Probleme gelöst und der Umsetzungszeitplan festgelegt worden ist, hat Maria Elena Scoppio, Direktorin für indirekte Besteuerung und Steuerverwaltung bei DG TAXUD, einen Artikel darüber veröffentlicht, was ViDA für Unternehmen und EU-Mitgliedstaaten bedeutet.

Die Bedeutung von ViDA

ViDA gilt als die bedeutendste VAT-Reform in der EU seit dem Binnenmarkt. Sie zielt darauf ab, das EU-VAT-System zu modernisieren und zu vereinfachen, ein systematischeres und digitalisiertes System für VAT-Anforderungen zu schaffen und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand zu reduzieren.

Der wichtigste Aspekt von ViDA besteht darin, das VAT-System an die digitale Welt und die schnelllebige Wirtschaft anzupassen. Obwohl das bestehende EU-VAT-System in letzter Zeit geändert und aktualisiert wurde, muss es effektiver werden und sich an neue Geschäftsmodelle anpassen.

Digitale Meldepflichten (DRRs) sind Maßnahmen zur Betrugsprävention, die den Umfang und das Ausmaß von VAT-Betrug in der EU reduzieren sollen. Dies ist für alle EU-Mitgliedstaaten wichtig, da die VAT eine erhebliche Einnahmequelle für sie darstellt. Zusammenfassende Meldungen, die alle Informationen zu innergemeinschaftlichen Lieferungen zwischen VAT-registrierten Steuerpflichtigen enthielten, wurden monatlich eingereicht, was ausreichend Raum für Betrug ließ. Das wird sich mit DRRs ändern, bei denen grenzüberschreitende Transaktionen in Echtzeit gemeldet und akzeptiert werden.

Das One-Stop-Shop-System (OSS), das 2021 eingeführt wurde, hat bereits positive Ergebnisse bei der Reduzierung des Verwaltungsaufwands und der Kosten erzielt, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Die einheitliche VAT-Registrierung (SVR) im Rahmen von ViDA wird das OSS weiter ausbauen, etwaige Lücken im OSS schließen und den B2C-Verkauf sowie den Reverse-Charge-Mechanismus für B2B-Verkäufe einbeziehen. Unternehmen können alle EU-Umsätze mit einer einzigen Registrierung, in einer Sprache und an einem einzigen Ort melden und bezahlen.

E-Rechnungsregeln werden 2030 verbindlich und schaffen mehr Sicherheit im Geschäftsumfeld und bei der Steuerüberwachung. Alle EU-Länder werden denselben Standard und dasselbe Format für die Datenmeldung verwenden, was das Leben für Unternehmen und nationale Regierungen erleichtert. Sie werden über eine einheitliche Möglichkeit verfügen, alle relevanten Daten zu melden und nachzuverfolgen.

Schlussfolgerung

EU-Behörden entwickeln sekundäre Rechtsvorschriften und technische Rahmenbedingungen und bereiten Umsetzungsleitlinien vor. Unternehmen und nationale Regierungen müssen Ressourcen bereitstellen, Zeit aufwenden, um ihre Pflichten zu verstehen, und Systeme einrichten, um die ViDA-Regeln und -Vorschriften einzuhalten.

ViDA sollte sich jedoch positiv auf das Geschäftsumfeld auswirken und vereinfachtere und optimierte Prozesse bringen sowie Lücken reduzieren, die für illegale Aktivitäten und Betrug genutzt werden können. Dies ist ein wesentlicher Schritt in den Bemühungen der EU, den Herausforderungen der digitalen Wirtschaft zu begegnen.

Quelle: Taxation and Customs Union