Europäisches Parlament debattiert über die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) und den Zugang von OLAF zu Mehrwertsteuerdaten
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Nach dem Vorschlag der Europäischen Kommission, die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) und das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) formell in den bestehenden Rahmen für die Verwaltungszusammenarbeit zu integrieren, sowie nach der Stellungnahme des Europäischen Datenschutzbeauftragten (EDSB) zu diesem Vorschlag der Kommission hat das Europäische Parlament einen Änderungsentwurf zur Verordnung (EU) Nr. 904/2010 veröffentlicht, der diesen beiden Institutionen Zugang zu Mehrwertsteuerinformationen gewährt.
Hauptthemen der Änderungsanträge
Die vom Europäischen Parlament vorgeschlagenen Änderungen basieren auf den Vorschlägen der Kommission, den Austausch von Informationen über Mehrwertsteuerbetrug innerhalb der EU zu verbessern, insbesondere durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern und wichtigen Betrugsbekämpfungsstellen wie der EPPO und OLAF.
In dem Dokument erkennen die Abgeordneten an, dass grenzüberschreitender Mehrwertsteuerbetrug ein großes Problem für die Finanzen der EU darstellt. Gemäß den vorgeschlagenen Änderungen werden die EU-Länder der EPPO einen zentralisierten Zugang für gezielte Abfragen von Mehrwertsteuerinformationen gewähren. Ebenso erhält OLAF einen zentralisierten Zugang zu denselben Systemen, wobei der Zugang über einen einzigen Zugangspunkt erfolgt, der Informationen aus mehreren EU-Ländern abdeckt.
Ein bemerkenswertes Thema ist der starke Widerstand mehrerer Abgeordneter gegen einen umfassenden Zugriff, wobei sie auf strengen Beschränkungen bestehen. Konkret bestehen die Abgeordneten auf einem Zugriff, der keine Massendatenextraktion, allgemeine Überwachung oder automatisierte Profilerstellung zulässt, die nicht mit einer konkreten Verwaltungsuntersuchung verbunden ist. Im Gegensatz dazu muss der Zugriff auf das erforderliche Minimum beschränkt sein, an laufende Ermittlungsakten gebunden sein sowie vollständig protokolliert und überprüfbar sein.
Mehrere Änderungsanträge befassen sich mit neuen Anforderungen an Sicherheitsüberprüfungen, rollenbasierten Zugriff und obligatorische Datenschutzschulungen. Diese Änderungsanträge zielen darauf ab, sicherzustellen, dass nur Europäische Staatsanwälte, Beauftragte Europäische Staatsanwälte und ausgewählte Mitarbeiter der EPPO und des OLAF, die zuvor von der EPPO und dem OLAF autorisiert wurden, unter der Aufsicht von Eurofisc-Verbindungsbeamten Zugriff auf Mehrwertsteuerinformationen haben, um ihre Aufgaben auszuführen.
Während die Kommission vorschlug, die Infrastrukturkosten der EPPO und dem OLAF selbst aufzuerlegen, schlugen mehrere Parlamentsmitglieder vor, diese Bestimmung zu streichen. Darüber hinaus wurde eine Bestimmung hinzugefügt, wonach das Europäische Parlament umfassend über die Ausarbeitung von Durchführungsrechtsakten zum technischen Zugang informiert werden muss.
Da einige der bekanntesten Hindernisse für eine wirksame Zusammenarbeit zwischen EU-Einrichtungen in der Inkompatibilität der IT-Systeme, der Fragmentierung der Kommunikationskanäle und der begrenzten Interoperabilität der Fallbearbeitungssysteme liegen, schlagen mehrere Änderungsanträge vor, in eine gemeinsame digitale Infrastruktur zu investieren, um diese Probleme anzugehen.
Fazit
Schritt für Schritt bewegt sich die EU darauf zu, die EPPO und OLAF in einen Rahmen für die administrative Zusammenarbeit zu integrieren. Dennoch geht aus dem vom Europäischen Parlament vorgelegten Text hervor, dass eine legislative Debatte darüber im Gange ist, wie den EU-Betrugsbekämpfungsstellen bessere Instrumente zur Bekämpfung von Mehrwertsteuerbetrug an die Hand gegeben werden können.
Betrachtet man die von der Kommission vorgeschlagenen Änderungsanträge und die von den Abgeordneten vorgeschlagenen, so wird deutlich, dass ein Gleichgewicht zwischen Wirksamkeit – wozu ein breiter Zugang gehört – und der Einhaltung der Grundrechte – wie gezielter, nachvollziehbarer und auf ein Minimum beschränkter Zugang – ein Streitpunkt zwischen diesen beiden EU-Organen ist.
Quelle: Europäisches Parlament, VATabout
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